Assekuranz
Onlineversicherer: Helvetia-Tochter Smile expandiert nach Europa

Der Allbranchenversicherer Helvetia hat ein starkes Geschäftsjahr hinter sich. Nun will man das Geschäftsmodell des Onlineversicherers Smile zunächst auf Österreich und dann auf Spanien übertragen. Der russische Überfall auf die Ukraine tangiert Helvetia geschäftlich kaum.

Thomas Griesser Kym
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Helvetia-Chef Philipp Gmür will den Onlineversicherer Smile internationalisieren.

Helvetia-Chef Philipp Gmür will den Onlineversicherer Smile internationalisieren.

Bild: Tobias Garcia (St.Gallen, 7. Januar 2021)

1994 begann es mit Telefonverkauf, um die Jahrtausendwende hielt die Digitalisierung Einzug, und heute gilt die Helvetia-Tochter Smile als führende Onlineversicherung der Schweiz. 2021 knackte das Unternehmen mit Prämien von 111 Millionen Franken die Marke von 100 Millionen. Das ist zwar nur ein Bruchteil des ganzen Helvetia-Geschäftsvolumens von 11,2 Milliarden Franken, aber Smile wuchs flott um fast 12 Prozent und weist laut Helvetia-Chef Philipp Gmür eine «gute Profitabilität» auf.

Nun will Helvetia das Smile-Geschäftsmodell von der Schweiz schrittweise auf ihre anderen europäischen Ländermärkte übertragen. Den Anfang macht 2022 Österreich, wo Onlineversicherungen verglichen mit der Schweiz noch eine kleinere Rolle spielen. Entsprechend soll Smile bis 2025 auch die Nummer eins in Österreich sein. Längerfristig peilt Gmür dort ebenfalls Prämien in dreistelliger Millionenhöhe an.

2023 soll Smile dann in Spanien lanciert werden. Allein schon weil der Markt dort viel grösser ist, soll Smile in Spanien innert ein paar Jahren etwa doppelt so viele Prämien generieren als in Österreich, wie Gmür ankündigt.

Caser-Erwerb macht sich bezahlt

2021 hat Helvetia das getan, was sie in den meisten Jahren tut: Sie ist gewachsen und hat die Profitabilität gesteigert. Zum Wachstum des Geschäftsvolumens um 15,5 Prozent oder 1,5 Milliarden Franken auf 11,2 Milliarden Franken steuerte der spanische Versicherer Caser, der seit seiner Übernahme erstmals für ein ganzes Geschäftsjahr konsolidiert wurde, 60 Prozent bei. Zudem lieferte Caser einen Beitrag von 72 Millionen Franken zum Helvetia-Gewinn von 520 Millionen (+84,5 Prozent). Die Dividende soll von 5 auf 5.50 Franken je Aktie erhöht werden.

Helvetia ist kräftig und rentabel gewachsen

in Millionen Franken
2020 2021 Veränderung in %
Geschäftsvolumen9 71411 22215,5
Kapitalanlagen60 57160 009–0,9
Ergebnis aus Kapitalanlagen1 0272 265120,5
Konzernergebnis28252084,5
Mitarbeitende11 68712 1283,8
-davon in der Schweiz3 7393 7570,5

Helvetia profitierte dabei von einer soliden Entwicklung des Leben- und des Nichtlebengeschäfts, starken Anlageergebnissen dank florierender Börsen sowie Kosteneffizienzsteigerungen im Umfang von 39 Millionen Franken im ersten Jahr dieses Programms. Insgesamt werden innert fünf Jahren 100 Millionen Franken angepeilt. Teil des Programms ist der Abbau von 140 der rund 3800 Stellen in der Schweiz bis Ende 2022. Davon sind laut Gmür bereits 111 Stellen verschwunden.

Kaum Gefahr im Zusammenhang mit Russland und der Ukraine

2021 haben Unwetterschäden der Starkregen und Hagelzüge im Juni und Juli in der Schweiz, Deutschland und Österreich Helvetia mit netto 125,6 Millionen Franken belastet. Das wurde kompensiert durch den Wegfall der Vorjahresbelastung in Höhe von netto 97,5 Millionen Franken durch Covid-19-Schäden sowie das Effizienzprogramm.

In Russland, Weissrussland und der Ukraine ist das direkte Engagement der Helvetia laut Finanzchefin Annelis Lüscher Hämmerli «gleich null.» Hingegen seien einige Unternehmenskunden in diesen Märkten aktiv, was ein Prämienvolumen in «zweistelliger Millionenhöhe» betreffe. Lüscher erachtet aber das Risiko für Helvetia als «sehr gering», und alle Versicherungsverträge enthielten Sanktionsklauseln.

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