Profitieren von bezahlter Stillzeit könnten auch Teilzeit-Angestellte, wie die «NZZ am Sonntag» schreit. Heute dürfen Mütter während der Arbeit zwar Pause machen zum Stillen, bezahlen muss sie der Arbeitgeber für diese Zeit jedoch nicht.

Nachdem das Parlament aber Ja gesagt hatte zu einem internationalen Abkommen für mehr Mutterschutz, muss das Staatssekretariat für Wirtschaft die bezahlte Stillzeit nun regeln. Spätestens im September soll der Bundesrat über den Vorschlag befinden.

Gewerbeverband wehrt sich

Bereits jetzt gibt es Widerstand: Der Schweizerische Gewerbeverband wehrt sich gegen die Neuerungen mit dem Argument, bezahlte Stillzeit verteuere die Arbeit zusätzlich. Das Thema Stillen am Arbeitsplatz habe in der Praxis wenig Bedeutung.

Die Gewerkschaften hingegen hoffen, dass künftig mehr Frauen stillen, die nicht allzu weit weg vom Aufenthaltsort ihres Kindes arbeiten. Die Nachfrage nach Stillzeit am Arbeitsplatz dürfte allerdings gering sein: Heute ernähren sechs Monate nach Geburt nur noch drei Prozent aller Frauen ihre Babys ausschliesslich mit Muttermilch.