Ratgeber Gesundheit
Welche Zahnimplantate empfehlen Sie?

Mein Zahnarzt will mir (48) ein Zahnimplantat einsetzen. Er verwendet Keramik-Schrauben, sogenanntes Zirkoniumdioxid. Wären Titan-Schrauben nicht risikoärmer und langlebiger? Herr L. S. aus B.

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Gesundheit Aargau
Dr. med. et med. dent. Rebecca Sophia Cremer Assistenzärztin Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, KSA

Dr. med. et med. dent. Rebecca Sophia Cremer Assistenzärztin Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, KSA

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Zahnimplantate als Ersatz verloren gegangener Zähne oder zur Verankerung einer herausnehmbaren Prothese sind in der modernen Zahnheilkunde als fester Bestandteil etabliert. Implantate ersetzen die Wurzel eines Zahnes. Zur Implantatherstellung werden verschiedene metallische und keramische Materialien verwendet, die jedoch alle ausgezeichnet gewebeverträglich und nicht giftig sind.

Titan-Implantate mit angerauter Oberfläche haben sich in den letzten Jahrzehnten als Goldstandard bewährt. Zahlreiche wissenschaftliche Studien bestätigen die klinische Verlässlichkeit dieser Implantate. Bei dünnen Weichgewebsverhältnissen kann jedoch die graue Metallfarbe durchschimmern; das kann vor allem im ästhetisch relevanten Frontzahnbereich zu unbefriedigenden Ergebnissen führen. Gelegentlich entwickeln sich Infektionen um das Implantat herum, die jedoch meist als Ursache eine Bakterienanlagerung als Folge einer mangelhaften Mundhygiene haben. Auch kann es in Einzelfällen zu Reizungen der Schleimhaut durch Metallabrieb und Korrosionsphänomene kommen.

Seit Anfang der 2000er-Jahre werden alternativ metallfreie keramische Implantate aus Zirkoniumdioxid angeboten. Diese biokompatible Hochleistungskeramik hat im Vergleich zu anderen Keramiken überlegene biomechanische Eigenschaften. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass moderne Keramikimplantate den Kaukräften in der Mundhöhle standhalten können und ebenso gut und verlässlich in Knochengewebe einwachsen wie Titanimplantate. Mit diesen zahnfarbenen Implantaten können ästhetisch äusserst anspruchsvolle Rekonstruktionen angefertigt werden. Darüber hinaus kommt es bei Zirkoniumdioxid zu einer geringeren Bakterienanlagerung als bei Titan. Die Überlebens- und Erfolgsraten moderner Keramikimplantate gleichen jenen von Titanimplantaten. Bei Letzteren liegen die 10-Jahre-Erfolgsraten bei 97%. Für Keramikimplantate der neuesten Generation gibt es bislang Untersuchungen zu 24-Monate-Erfolgsraten – diese liegen bei 95,1%.

Der Erfolg von Zahnimplantaten hängt massgeblich von deren Pflege und einer ausgezeichneten Mundhygiene ab. Rauchen senkt die Erfolgsraten. Selbst Risikopatienten können heutzutage implantologisch versorgt werden. Bitte wenden Sie sich an Ihren Hauszahnarzt oder direkt an uns.