Landwirtschaftsamt
Rickenbacher: «Die Kritik entbehrt jeglicher Grundlage»

Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher beantwortet einen Offenen Brief ehemaliger Bauernschüler. Der Vorwurf, die geplanten Veränderungen im Bildungszentrum seien ‹nicht durchdachte Schnllschüsse›, entbehre jeglicher Grundlage.

Samuel Thomi
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Weist Kritik zurück: Rickenbacher. sat Weist Kritik zurück: Rickenbacher. sat

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Solothurner Zeitung

Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher hat den Offenen Brief der sechs Ehemaligenvereine der Berner Land- und Hauswirtschaftsschulen beantwortet: «Der Vorwurf, die geplanten Veränderungen (am Landwirtschaftlichen Bildungszentrum Inforama, Anm. d. R.) seien ‹nicht durchdachte Schnellschüsse›, entbehrt erwiesenermassen jeglicher Grundlage.» Die neue Führungsstruktur mit einer Co-Leitung sei durch eine externe Firma und interne Prozesse evaluiert worden. Dazu habe sich im Mai auch die Landwirtschaftliche Organisation Bern und angrenzende Gebiete (Lobag) positiv geäussert.

Laut Kopie des Schreibens an die az wehrt sich Rickenbacher vehement gegen den Vorwurf, Robert Lehmann sei «weggemobbt» worden. Als bisheriger Inforama-Bildungsverantwortlicher war er einer der designierten Co-Leiter; kurz vor Stellenantritt per August trat er einen anderen Job an. «Wer jemanden fälschlicherweise öffentlich des Mobbings beschuldigt, muss ebenfalls mit rechtlichen Konsequenzen rechnen», mahnt der Volkswirtschaftsdirektor.

Den Schaden minimieren

Der Offene Brief der sechs Ehemaligen-Präsidien von Anfang August gipfelte schliesslich in der Forderung, Regierungsrat Rickenbacher möge sich von Urs Zaugg, dem vor anderthalb Jahren eingesetzten Chef des Amtes für Landwirtschaft (Lanat), wieder trennen, bevor dieser «noch grösseren Schaden anrichten kann».

«Der Amtsvorsteher Lanat hat bei Vernehmlassungen an den Bund gar keine Entscheidekompetenzen. Es obliegt dem Regierungsrat, Vernehmlassungen zu verabschieden.» Allenfalls habe der Grosse Rat das Recht, solche an sich zu ziehen. Das sei im Meinungsfindungsprozess der Haltung Berns zur neuen Agrarpolitik des Bundes aber nicht geschehen. – Tatsächlich wurden mehrere Grossräte erst später aktiv.

In seinen persönlichen Schlussgedanken hält Andreas Rickenbacher ferner fest, generell habe er den kritisierten Lanat-Chef als «ruhigen und sachlichen Kadermitarbeiter kennen und schätzen gelernt. Er ist lernfähig und hat bewiesen, dass er bereit ist, in einer konstruktiven Art Betroffene zu Beteiligten zu machen.» Das attestiere nicht zuletzt auch die Lobag Urs Zaugg. «Leider muss ich feststellen, dass nicht alle Kreise zu einer solchen konstruktiven Zusammenarbeit bereit sind.»

«Niemand wirklich voll begeistert»

Für die Verfasser des Offenen Briefes kommentierte gestern Martin Meier: «Als erste Reaktion haben wir eine solche Antwort von Herrn Rickenbacher erwartet.» Es sei anzunehmen gewesen, dass er sich hinter den Amts-Chef stellt, so der Präsident des Ehemaligenvereins Schwand. Am Mobbing-Vorwurf hielten die Präsidien vorerst fest; das sei nicht nur eine juristische Auslegeordnung. So seien auch die Reaktionen aus Inforama-Kreisen auf den Offenen Brief ausgefallen.

Die Drohung rechtlicher Schritte nehme er zur Kenntnis, so Meier. «Dass Herr Rickenbacher in den persönlichen Bemerkungen eingesteht, dass Urs Zaugg auch Fehler begangen hat, ist natürlich Wasser auf unsere Mühlen.» Wie zum Beweis fügt Meier an, dass er nach dem Offenen Brief mit Lobag-Präsident Walter Balmer sprach. «Klar begreife ich, dass die Lobag nicht ‹voll dreinschiessen› will.» Wie am Inforama sei aber auch bei der Bauern-Lobby «niemand von Zaugg wirklich voll begeistert».

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