Lostorf
Nach tödlichem Unfall: Militärgericht verurteilt 24-jährigen Soldaten zu einer bedingten Geldstrafe

Vor zwei Jahren kam es in Lostorf zu einem tödlichen Unfall: Ein Militärjeep setzte sich plötzlich in Bewegung und erfasste einen 27-jährigen WK-Soldaten tödlich. Am Freitag wurde der Fall vor Gericht verhandelt.

Chantal Gisler
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Militärunfall in Lostorf vor Gericht

Militärunfall in Lostorf vor Gericht

Tele M1
Nun steht der Verantwortliche vor Gericht.

Nun steht der Verantwortliche vor Gericht.

Tele M1

Wie konnte es vor zwei Jahren zum tödlichen Unfall in Lostorf kommen? Mit dieser Frage musste sich das Militärgericht in Bern am Freitag befassen. Der heute 24-jährige Fahrer steht als Angeklagter vor Gericht, er soll sich damals der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht haben. Aber der Reihe nach: Der verhängnisvolle Fehler geschah damals bei der schnellen Wachablösung kurz vor Mitternacht im Solothurnischen Lostorf. Dabei setzt sich das geparkte Fahrzeug plötzlich in Bewegung und erfasst einen 27-jährigen Soldaten aus Schaffhausen. Er wird in der Hinterachse eingeklemmt und erliegt seinen schweren Verletzungen noch auf der Unfallstelle.

Der militärische Staatsanwalt fordert dafür sieben Monate Gefängnis bedingt. «Aus Sicht der Anklage ist klar, dass der Fahrer das Fahrzeug nicht entsprechend gesichert hat», erklärt Martin Weber, Auditor. «Er hat die Handbremse nicht angezogen und auch weitere Sicherheitsmassnahmen wie das Einlegen des Parkierganges oder das Platzieren eines Keiles unter dem Fahrzeug wurden nicht vorgenommen.»

Seit Unfall nachdenklicher

Wie Tele M1 am Freitag berichtet, geht der Vorfall dem Angeklagten heute noch sehr nahe. Er lebe seit dem Unfall nachdenklicher und zurückgezogener, sagte er vor Gericht. Noch heute könne er sich nicht erklären, wie es zu diesem Unfall kommen konnte. Am liebsten würde er alles rückgängig machen. In einem Brief entschuldigte er sich bei der Familie des Opfers.

Bedingte Geldstrafe

Sein Verteidiger forderte einen Freispruch, doch das Militärgericht verurteilte den 24-Jährigen wegen fahrlässiger Tötung zu einer bedingten Geldstrafe von 3600 Franken. Das Urteil kann von beiden Seiten angefochten werden.