Roggwil
Gemeinderat Roggwil will Raser mit Tempo-30- Zone bremsen

Nach den guten Erfahrungen gibt es eine weitere Tempo-30-Zone. Ab der Dorfstrasse Einmündung Brennofenstrasse im Gebiet der Schmittenstrasse in Roggwil wird eine weitere Tempo-30-Zone eingeführt.

Irmgard Bayard
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Das Plakat wird bald durch ein offizielles Tempo-30-Schild ersetzt. iba

Das Plakat wird bald durch ein offizielles Tempo-30-Schild ersetzt. iba

Solothurner Zeitung

Damit setzt der Gemeinderat nach den Massnahmen an der Rotbrüstelistrasse die zweite Phase des Verkehrssicherheitskonzeptes um.

Bereits heute steht bei der ersten Verzweigung Schmittenstrasse (vom Dorf her) ein Plakat mit der Aufschrift «Freiwillig Tempo 30». Dieses wird bald ersetzt durch ein offizielles Verkehrsschild. Denn die Zone Schmittenstrasse/Neuweg mit den Abzweigern Neuweg, Hintergasse, Lindenrain, Schmittenweg und Höhenweg, wird neu in die Tempo-30-Zone überführt. Gründe dafür gibt es mehrere: Bei der Schmittenstrasse handelt es sich um eine Schulwegverbindung, die Strasse ist relativ eng, wird aber oft als Schleichweg benützt und die Automobilisten fahren zu schnell.

Gelbe Streifen mit Querschraffierung

«Auf Strassenschikanen wird weitgehend verzichtet», erklärt Daniel Baumann, Geschäftsleiter der Gemeinde Roggwil. Dies bestätigt Hans-Rudolf Markwalder vom ausführenden Ingenieurbüro Markwalder & Partner AG, Burgdorf. «Unsere Philosophie ist es, mit wenig Massnahmen möglichst viel zu erreichen», sagt er und erklärt, was geplant ist: «Auf der ganzen Länge werden Längsmarkierungen in Form eines gelben Streifens mit Querschraffierung aufgemalt.» Dieser 1,5 Meter breite Streifen dient als Fussgängerweg. «Theoretisch ist er zwar für die Automobilisten überfahrbar, alleine die Optik bremst aber sehr.» Die einmündenden Schmittenwegabschnitte werden zudem durchwegs mit Rechtsvortritt ausgestattet. «Das bremst ebenfalls.»

Im Neuweg zur Haltestelle Schmitten werden vier Parkplätze markiert, die als Hindernis mit sogenannten Abweistafeln markiert sind. «Diese verleiten auch zum Langsamerfahren, wenn keine Autos parkiert sind», begründet Markwalder das Aufstellen dieser Rahmen mit Quertafeln. Weil die Schmittenstrasse eine Schulwegverbindung darstellt, wird beim Strassenseitenwechsel der Fussgängermarkierung ein Fussgängerstreifen toleriert. «Würde man die Seite nicht wechseln, müssten die Fussgänger einer Wand entlang gehen. Das wird wo immer möglich vermieden», erklärt Markwalder. Nur gerade an einer Stelle an der Schmittenstrasse wird versuchsweise ein Pfosten aufgestellt. «Dort ragt ein Hausdach in die Strasse», nennt Markwalter den Grund.

In verschiedenen Abständen wird jeweils «Tempo 30» auf die Strasse gemalt. «Nur mit Farbe», wie Markwalder betont. «Denn 2014 sollen in der Schmittenstrasse die Werkleitungen ersetzte werden.» Farbmarkierungen halten in der Regel drei bis vier Jahre. «Bei der Umsetzung der Tempo-30-Zone handelt es sich also bis zu diesem Zeitpunkt um eine Testphase.» Für die Verkehrssicherheit sind im Investitionsplan 55000 eingestellt. Die Kosten dieser Massnahmen belaufen sich auf zwischen 20000 und 25000 Franken.

Test vor und nach Einführung

«Ich bin sehr froh, wenn die Tempo-30-Zone kommt», sagt Anwohnerin Hanna Lüthi. Als Velofahrerin hat sie schon etliche schlechte Erfahrungen gemacht. «Die Autos fahren zu schnell und schneiden oftmals die Kurven», erzählt sie. «Vor allem für die Schüler wird die Strasse bestimmt sicherer.» Weniger erfreut zeigt sich ein anderer Anwohner, der nicht namentlich genannt werden will. «Man will uns das Auto fahren vermiesen. Ich finde Schikanen kontraproduktiv.» Seien es aber vorwiegend Markierungen, so könne er damit leben, zeigt er sich doch noch versöhnlicher.

Voraussichtlich nächste Woche wird im Quartier mit Geschwindigkeitsmessungen und Verkehrszählungen begonnen. Einige Zeit nach der Einführung der Tempo-30-Zone werden diese wiederholt. Dies wurde auch an der Rotbrüstelistrasse so gehandhabt. Gemäss dieser Erhebung hat die Fahrzeugmenge abgenommen und zwar am stärksten bei den schweren Fahrzeugen. Die Anzahl Schnellfahrer hat sich massiv reduziert. Der Gemeinderat zieht deshalb ein positives Fazit: «Die Einrichtung der Zone Tempo 30 hat sich gelohnt.»

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