Zürcher Obergericht
Ex-Polizist wehrt sich gegen Verurteilung

Der ehemalige Armeechef Roland Nef beschäftigt heute Donnerstag erneut das Zürcher Obergericht. Der mittlerweile pensionierte Stadtpolizist Fredi Hafner prozessiert gegen seine Verurteilung wegen Amtsgeheimnisverletzung.

Drucken
Der ehemalige Zürcher Stadtpolizist Fredi Hafner.

Der ehemalige Zürcher Stadtpolizist Fredi Hafner.

Keystone

Das Bezirksgericht Zürich sah es in seinem Urteil vom April 2009 als erwiesen an, dass der ehemalige stellvertretende Chef der Personenfahndung die Stalking-Akte Nef aus dem Polizei-Informationssystem heruntergeladen und der «SonntagsZeitung» zugespielt hatte.

Die Artikel, die aufgrund dieser Unterlagen entstanden, setzten Nefs Karriere als Armeechef ein unrühmliches Ende und trugen zum Rücktritt von Bundesrat Samuel Schmid bei. Hafner bestritt von Anfang an, die Quelle der geheimen Informationen gewesen zu sein. Das Bezirksgericht glaubte ihm jedoch nicht und verurteilte ihn zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagen à 160 Franken.

Journalist entlastet Hafner

Nun wird das Obergericht entscheiden müssen, ob Hafners Darstellung glaubhaft ist oder ob es die Meinung des Bezirksgerichtes teilt. Entlastet wird Hafner vom Journalisten, der die Nef-Artikel verfasste und die Affäre so ins Rollen brachte.

Der 64-Jährige sagte Ende Oktober im Rahmen einer öffentlichen Zeugenbefragung aus, dass er die Unterlagen nicht von Hafner erhalten habe. Seine Quelle wollte er allerdings nicht verraten. Das Obergericht versuchte zwar, ihn mit zahlreichen Nachfragen doch noch zur Herausgabe des Namens zu bewegen - jedoch ohne Erfolg.

Das Obergericht geht davon aus, dass der Berufungsprozess an diesem Nachmittag abgeschlossen werden kann. Wann mit einem Urteil gerechnet werden kann, ist noch unklar.

Aktuelle Nachrichten