Designer's Saturday
«Das Ganze ist wie ein Gesamtkunstwerk»

Am Freitag startet die Designmesse in Langenthal mit Preview und Eröffnung, am Samstag mit dem Ausstellungsbetrieb.

Urs Byland
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Solothurner Zeitung

Die Designmesse ist eine einmalige Verschmelzung von Kultur und Wirtschaft. Fünf Firmen in Langenthal und Umgebung bieten dem «Designers’ Saturday» (D’S) Heimrecht. Vertreter von vier Unternehmen haben trotz Hektik Zeit gefunden, über ihre Gedanken zum Anlass zu berichten.

Dieses Heimrecht beispielsweise kostet diese Firmen einiges. «Sehr viele Mitarbeitende helfen mit, dass aus unserer Firma an einem Wochenende eine Art Messeplattform wird», sagt Philippe Baumann von «Création Baumann». 40 bis 50 Personen weisen die Besucher auf die Parkplätze, sind für das Catering zuständig und für die vielen Ämtli, die ein solcher Anlass mit sich bringt. «Die Firma wird für ein Wochenende quasi zur Messeorganisation.» Auch finanziell investiere seine Firma Création Baumann einen rechten Betrag in den Designers’ Saturday. Einmal für den eigenen Auftritt und dann eben für die Umgestaltung der Firma in einen Messestandort.

Ähnlich gross sind die Dimensionen bei Glas Trösch in Bützberg. Urs Wehrle, Leiter Interieur berichtet von gegen 80 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die am Wochenende mithelfen, den Anlass zu organisieren. «Und wir stellen für zweieinhalb Tage eine Produktionshalle für 60 Mitarbeiter zur Verfügung.»

Paul Schär, Inhaber der Hector Egger Holzbau AG nennt einen Betrag. «Da ist man schnell einmal bei 50000, 60000 Franken, schliesslich zahlen die beteiligten Firmen auch einen Grundbeitrag für die Durchführung des Anlasses.» Er stellt am Mittwochabend die Produktion ein und richtet mit den Mitarbeitern die Halle für die Ausstellung ein. Am Wochenende stehen rund 65 Personen an der Kasse, als Türsteher, in der Betreuung oder an der Essensausgabe im Einsatz.

«Wir haben schätzungsweise 100000 Franken externe Kosten», so Peter Ruckstuhl von der «Ruckstuhl AG». Auch hier stellt der Betrieb die Produktion ab Donnerstagnachmittag ein und auch hier helfen viele Mitarbeiter bei den Vorbereitungen und bei der Durchführung des Anlasses. «Es gibt aber auch Leute, die sich alljährlich erkundigen und mithelfen wollen. Das führt zum guten Geist am Anlass.»

Ungebrochener Stellenwert

Nach wie vor ungebrochen ist der Stellenwert des Anlasses. «Der D’S ist der wichtigste Anlass in diesem Bereich in der Schweiz», sagt Urs Wehrle. Mit dem einmaligen Konzept erreiche man viele Menschen. Wehrle findet insbesondere die Kombination von «schönen Designsachen und Verpflegung» einzigartig. «Der Anlass hat für uns einen sehr hohen Stellenwert», erklärt Philippe Baumann. «Die 10000 bis 15000 Besucherinnen und Besucher haben eine hohe kommunikative Wirkung.» Seine Firma werde in der ganzen Schweiz wahrgenommen.

Paul Schär wiederum gefällt insbesondere die Zusammensetzung des Publikums. «Die vielen Architekten und Innenarchitekten sind genau die Leute, die wir ansprechen wollen.» Peter Ruckstuhl nennt drei Dinge, die für ihn den Stellenwert begründen. Der D’S sei eine Art Werbung für seine Firme. Viel wichtiger ist ihm aber der Austausch, der persönliche Kontakt mit den Anwendern und den Gestaltern der Produkte. «In diesem Austausch reifen die Ideen.» Und drittens nennt er die Besucherinnen und Besucher, die seine Firma in einer lockeren Atmosphäre erleben.

Unterschiedliche Erwartungen

Auch die diesjährige Ausgabe des D’S lebe von den kreativen, inspirierenden Projekten. «In dem Sinne hoffe ich auf eine tolle Umsetzung der vielen Ideen», sagt Philippe Baumann. Einzelne Stationen wolle er nicht hervorheben. «Es ist wichtig, alles anzuschauen. Das Ganze ist wie ein Gesamtkunstwerk.» In eine ähnliche Richtung denkt Peter Ruckstuhl. «Wir sind seit 23 Jahren in einer Entwicklung. Damals kamen 800 Personen. Heute ist der Anlass völlig anders positioniert und dennoch ist es einfach ein Schritt auf dem langen Weg.»

Die Erwartungen von Glas Trösch gehen in eine andere Richtung.
«Wir wollen unsere neuen Produkte im Interieur-Bereich lancieren», erklärt Urs Wehrle. In dem Sinne
gebe es am D’S eine Premiere für Glas Trösch. «Wir sind gespannt auf die Rückmeldungen, die natürlich die weitere Arbeit beeinflussen werden.» Paul Schär wiederum ist überzeugt, dass der diesjährige D’S eine sehr gute Sache nicht nur für die Organisatoren, sondern auch für Langenthal wird. «Die Nachfrage ist jetzt schon sehr gross.»