Grenchen
70 Künstler und Kunstsammler zeigten beim 3. Coffre Ouvert ihre Werke

Die Idee ist ebenso bestechend wie einfach: Man bepackt sein Auto mit Kunstgegenständen, fährt an den Bestimmungsort, öffnet den Kofferraum und zeigt seine Exponate.

André Weyermann
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Kunst aus dem Kofferraum

Kunst aus dem Kofferraum

André Weyermann

Der Einladung zur 3. Coffre Ouvert der Kunstgesellschaft Grenchen folgten an die 70 Künstler, Kunstliebhaber und Kunstsammler. So zeigte sich der Grenchner Marktplatz in einem ebenso ungewöhnlichen wie vielfältigen Kleid. Von mächtigen Skulpturen bis zu filigranen Kleinstformaten war so etwa alles zu bestaunen, was künstlerisches Schaffen hergibt.

Sogar Aussteller aus dem Ausland
Neben Ausstellenden aus der Region waren auch auffallend viele Teilnehmende aus der ganzen Schweiz und gar dem benachbarten Ausland auszumachen. Aus dem Elsass war zum Beispiel Sabine Maître-Fahrländer mit ihren ungemein wirksamen Skulpturen aus Stahl und Glas angereist. Sie ist im Internet auf den Anlass aufmerksam geworden und findet die Idee schlicht «genial». Die Mitmachenden sehen sich bei Coffre Ouvert insofern in einer komfortablen Situation, als sie weder Standgebühren noch allfällige Abgaben auf Verkäufe entrichten müssen. Dazu ergibt sich naturgemäss die einmalige Gelegenheit zum Austausch untereinander. Und das Publikum ist einfach da. Auch Personen, die sich sonst kaum in eine Galerie oder ein Kunsthaus wagen würden, werden auf sympathische Art und Weise mit Kunst und deren Exponenten konfrontiert. Eine Tatsache, welche auch der Rüttener Künstler mit Affinität zu Grenchen, Heini Bürkli, unterstreicht: «Ich finde es toll, dass hier Kunst den Passanten einfach so in den Weg gelegt wird. Mitten in der Stadt werden so Künstler und ihre Arbeit auch von Menschen zur Kenntnis genommen, die unser Schaffen ansonsten eher ignorieren», erklärte Bürkli.
Umkompliziert macht Spass
Im letzten Moment zur Teilnahme entschlossen hat sich der Einheimische Hanspeter «Schumi» Schumacher. «Super, endlich einmal ein Anlass, der unkompliziert und ohne Brimborium daherkommt. Dazu werden wir von den Organisatoren äusserst grosszügig behandelt», meinte Schumacher.
Positiv äusserte sich auch Thomas Schärli vom Künstlerarchiv Grenchen: «Wir haben sonst kaum Gelegenheit, Exponate aus unserer umfassenden Sammlung zu zeigen, schon gar nicht einem so grossen Publikum. Er mahnte aber auch an, dass der Anlass irgendeinmal an seine Grenzen stossen wird. «Es muss auch in Zukunft das Bestreben sein, auf Qualität zu achten», gab er zu Protokoll.

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