Musikgesellschaft
MG Lauffohr marschiert in St. Gallen

Musikgesellschaft nach 55 Jahren wieder am Eidgenössischen Musikfest vertreten

Marcel Siegrist
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Nachdem die Musikgesellschaft Lauffohr in den letzten Jahren auf 36 aktive Mitglieder angewachsen ist und damit heute über eine ansehnliche Vielfalt an Instrumenten und musikalischen Möglichkeiten verfügt, nahm der Verein nach über einem halben Jahrhundert wieder an einem Eidgenössischen Musikfest teil.
Das „grösste Blasmusikfest der Welt" findet aller fünf Jahre statt, in diesem Jahr schon zum 33. Mal. An zwei aufeinander folgenden Wochenenden kamen 522 Musikvereine aus der ganzen Schweiz nach St. Gallen und nutzten die einzigartige Chance, ihr Können vor internationalen Experten und grossem Publikum zu zeigen und sich in ihrer Leistungsklasse zu messen.
Die Musikgesellschaft Lauffohr, ermutigt durch den grossen Publikumszuspruch bei ihren Auftritten in und um Brugg-Lauffohr und die Beurteilungen an den vergangenen Musikfesten, wagte den Start in der 3. Leistungsklasse Harmonie. In mehreren Monaten intensiver Probearbeit wurde die MGL von ihrem musikalischen Leiter, Tobias Zwicky, auf ihren Auftritt in zwei Disziplinen vorbereitet, Parademusik und Konzertmusik.
Für die Parademusik probten die Musikanten in den letzten Wochen im Schachen - gut hörbar und sichtbar für die Lauffohrer - die Märsche Viva Arogno und Denk An Mich. Für die Konzertmusik musste neben einem Stück eigener Wahl ein Aufgabenstück einstudiert werden, das für die jeweilige Klasse eigens für das Eidgenössische Musikfest geschrieben und den angemeldeten Vereinen erst zweieinhalb Monate vor dem Fest bekannt gegeben wurde. Als Selbstwahlstück entschied sich die MGL für A Huntigdon Celebration von Philip Sparke, ihr Aufgabenstück war „Quingenti", ein Werk des jungen Westschweizer Komponisten Vivian Domenjoz.
Die Paradestrecke wurde zur Paradedisziplin
Am Sonntag den 26. Juni war es endlich soweit, früh am Morgen machte sich die Musikgesellschaft Lauffohr auf den Weg ans „Eidgenössische".
Erste Station für die MGL war die Parademusik. Erst direkt an der Strecke, eine Viertelstunde vor dem Start erfuhren die Musikanten, mit welchem Marsch sie schliesslich antreten sollten. Mit dem gefürchteten Denk An Mich ging es als letzte Gruppe vor der Mittagspause mit sehr flottem Schritt über die Paradestrecke. Das vorgelegte Tempo konnte die Gruppe weder aus der Puste noch aus dem Tritt bringen, und so war die Freude gross, als die Jury 78 Punkte verkündete. Mit dieser Punktzahl erreichte die MGL einen unerwartet guten Platz im Mittelfeld und hatte damit auch einige Musiken aus höheren Kategorien hinter sich gelassen.
Leider gelang es der Musikgesellschaft Lauffohr nicht, diesen Schwung in den Konzertteil am Nachmittag mitzunehmen, das Aufgabenstück fiel weitgehend der aussergewöhnlichen Anspannung zum Opfer. Nach der ersten Enttäuschung erwachte aber der Kampfgeist der Lauffohrer. Mit dem Selbstwahlstück gelang der MGL eine schöne Leistung, für die sie vom anwesenden Publikum mit begeistertem Applaus belohnt wurde. Schade, dass die Jury nicht gleicher Meinung war ...
Zurück in Brugg wurden die Musiker durch die Stadtmusik und Vertreter des Stadtturnvereins, des Gemischten Chors Lauffohr und des Pontonierfahrvereins zünftig empfangen. Getröstet durch die aufbauenden Worte des Stadtammanns Herrn Dani Moser und einem Apero der Landfrauen Lauffohr kehrte die gute Laune bald wieder zurück. Denn wie heisst es so schön: dabei sein ist alles, und schliesslich hat die Musikgesellschaft Lauffohr gezeigt, dass sie eine echte Marschmusik ist.
Uta Pfistner/Sabine Rettenmaier

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