Nationalmannschaft

Rücktritt ohne Jubel - und das Ende einer Hassliebe

Alex Frei sorgte mit seinem Freistoss-Treffer für die Entscheidung

Alex Frei sorgte mit seinem Freistoss-Treffer für die Entscheidung

Der Rekordtorschütze Alex Frei und sein Freund Marco Streller treten ab sofort aus dem Nationalteam zurück. Welches sind die künftigen Alternativen im Sturm?

Sie haben Grosses für den Schweizer Fussball geleistet. Alex Frei hat in 84 Länderspielen 42 Tore erzielt, so viele wie kein anderer. Marco Streller traf zwar seltener. Ohne ihn hätte sich die Schweiz aber nicht für die WM 2006 qualifiziert. Denn eines seiner 12 Tore war das entscheidende im Sükrü Saraçoglu zu Istanbul.

Trotzdem war die Beziehung der beiden Basler Stürmer zum Nationalteam eine schwierige. Sie ernteten nicht nur Applaus für ihre Leistungen, sondern auch Pfiffe. Marco Streller hatte schon im Sommer 2008 aus Frust über den Unmut der Zuschauer einen Rücktritt angekündigt, von dem er aber wieder absah. Vor dem vergangenen Qualifikationsspiel von Ende März in Bulgarien war dann durchgesickert, dass sich der bald 30-Jährige mit einem Rücktritt befasste.

Auch beim Rekordschützen Frei waren es Pfiffe, die ihn im Oktober 2010 nach gewonnenem Qualifikationsspiel gegen Wales zum Rücktritt bewogen. Geplant war das Ende seiner Karriere im Nationalteam nach dem EM-Qualifikationsspiel in Juni gegen England.

Nun endet die Hassliebe zwischen Streller, Frei und dem Publikum der Schweizer Nationalmannschaft sofort. Die Nebenwirkungen ihrer Einsätze mit der Nati seien zu weit gegangen, hätten zu fest in ihr Privatleben eingegriffen, hiess es gestern in der Medienmitteilung des Fussballverbandes. Frei und Streller wollten mit ihrem Entscheid einen unbelasteten Auftritt des Nationalteams im Londoner Wembley-Stadion ermöglichen. Ob sie die Lösung aller Probleme sind, bleibt offen. Fakt ist, dass die Alternativen im Sturm gering sind.

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