Basis der mit der Stadt abgeschlossenen Vereinbarung sind die gut 100 000 Matchbesucher an den insgesamt 18 Heimspielen des Super-League-Klubs. 15 Rappen pro Ticket liefert der FC konkret in die Stadtkasse ab. Anfänglich ging der Gemeinderat laut Sicherheitsdirektor Peter Siegenthaler (SP) von etwa zwei Franken pro Eintritt oder insgesamt rund 200 000 Franken aus.

Das hätte mehr als dem dreifachen Betrag entsprochen, den der BSC Young Boys in die Berner Stadtkasse abliefern muss. Das wäre ungerecht gewesen, sagt Siegenthaler: «Wir lenkten auch ein, weil der FC Thun die zusätzlichen Sicherheitskosten bei der Budgetierung noch nicht berücksichtigen konnte.» Zudem anerkenne der Gemeinderat die höhere Publizität und Wertschöpfung, die der Wiederaufstieg des FC in die höchste nationale Fussballliga für Thun mit sich bringe.

Gemeindewahlen stehen an

Fussballfans sind auch Wählerinnen und Wähler. Und am 28. November sind in Thun Gemeindewahlen, bei denen Siegenthaler auch fürs Stadtpräsidium kandidiert. «Damit hat die Einigung überhaupt nichts zu tun», räumt der Sicherheitsdirektor mögliche Zusammenhänge umgehend aus.

«Wir sagten uns, was in Biel und Bern möglich ist, das sollte auch in Thun möglich sein», erklärt FC Thun-Präsident Markus Stähli. Er habe Verständnis dafür, dass die Stadt die Sicherheitskosten auf den so genannten Verursacher abwälzen wolle. «Das sind aber nicht wir, sondern die Chaoten, meist Auswärtige.» Am ehesten sorgten jeweils Fangruppen von YB, FC Zürich und FC Basel für Probleme.

In Thun betreibe der FC Fanarbeit. Vom halben Dutzend Fangruppen mache nur eine nicht mit. Rund eine Viertelmillion Franken des Gesamtbudgets von 6,4 Millionen Franken investiere der FC für die Sicherheit innerhalb des Stadions. Mit mobilen Handkameras würden auch Videoaufnahmen gemacht.

Gemäss Siegenthaler und Stähli finden noch dieses Jahr Gespräche zur Kostenbeteiligung in der nächsten Saison statt. «Damit der Betrag ins Budget einfliesst», sagt Stähli. Der FC bezahle freiwillig, weder die Stadt noch der Kanton besässen eine Rechtsgrundlage.

Weil dem so sei, habe er vor einem Monat im Grossen Rat eine Motion eingereicht, sagt Siegenthaler: «Mein Ziel ist, dass bei kommerziellen Grossveranstaltungen überall im Kanton ein gleich hoher Teil der dem Kanton und den Gemeinden anfallenden Sicherheitskosten den Veranstaltern auferlegt wird.» Die Antwort des Regierungsrates steht noch aus.

Künftig weniger Polizisten?

Laut Siegenthaler lösen die Einsätze der Kantonspolizei zugunsten der Sicherheit rund ums Thuner Fussballstadion Kosten von rund 900 000 Franken aus. Diese habe bisher die Kantonspolizei getragen. Würden sie künftig den von Thun für 3,6 Millionen Franken bei der Kantonspolizei eingekauften Sicherheitsleistungen angerechnet, müsste über Mitbestimmung geredet werden.

Siegenthaler: «Es gibt Leute, die sagen, die Polizei richte mit einer zu grossen Kelle an.» Für ihn sei klar, dass die Kantonspolizei selber bestimme, mit wie vielen Leuten sie anrücke, sagt FC-Präsident Stähli. Nach seiner Auffassung könnte die Polizei die Zahl jedoch an die untere Bandbreite anpassen. Er habe bereits mit der Polizei darüber geredet. Stähli: «Meine Anregung stiess auf Verständnis.»