"Der Mann suchte zusammen mit seinem Vater das Regionalgefängnis Thun auf und stellte sich", sagte Käser der Nachrichtenagentur sda. Der Vater habe offenbar einen guten Einfluss auf seinen Sohn ausgeübt. Wo sich der Mann während der Flucht aufhielt und in welchem Zustand er sich nun befindet, wisse er nicht, sagte Käser.

Beim Straftäter handelt es sich nach Informationen der sda um einen 35-jährigen Mann. Er war 2007 zu einer stationären therapeutischen Massnahme verurteilt worden. Zur Anwendung kam Artikel 59 des Strafgesetzbuchs - das Gericht ging also davon aus, dass die Delikte auf eine psychische Störung zurückzuführen sind, die sich therapieren lässt.

Über die Identität des Mannes und die begangenen Delikte machten die bernischen Behörden offiziell keine Angaben. Zur Begründung hiess es, man wolle die spätere Wiedereingliederung des Mannes in die Gesellschaft nicht gefährden.

Die Therapie absolvierte der Mann in einer geschlossenen Abteilung der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK). Am Mittwoch ergriff er während des Aufenthalts im Spazierhof die Flucht. Er kletterte über einen dreieinhalb Meter hohen Sicherheitszaun.

Thorberg statt St. Johannsen

Eine Strafe für die Flucht habe der Mann kaum zu gewärtigen, sagte Polizeidirektor Käser. Er habe nun aber die Verlegung in die bernische Strafanstalt Thorberg angeordnet. Dort sei gerade ein Platz in der Anfang Juli eröffneten Therapieabteilung für gefährliche, psychisch gestörte Straftäter frei geworden.

Für den Straftäter ist dieser Entscheid ein harter Rückschlag: Am kommenden Montag wollten die bernischen Behörden laut Käser über ein Gesuch für die Verlegung in den offenen Massnahmenvollzug St. Johannsen entscheiden.

"Das kommt nach der Flucht natürlich nicht in Frage", stellte Käser klar. Der Mann habe es aber in der Hand, mit seinem Verhalten auf dem Thorberg eine spätere Verlegung in den offenen Massnahmenvollzug zu ermöglichen.