Fussball
Der Liganeuling aus Zell hält den Schaden beim Saisonstart gegen Grosswangen-Ettiswil in Grenzen

Aufsteiger Zell verliert zum 3.-Liga-Auftakt bei Grosswangen-Ettiswil 1:3. Der Gäste-Torhüter Joel Birrer erfährt von seinem Einsatz erst kurz vor Spielbeginn.

Michael Wyss
Drucken
Joel Birrer, Torhüter FC Zell.

Joel Birrer, Torhüter FC Zell.

Bild: Michael Wyss

«Dieses Spiel wird für mich in Erinnerung bleiben. Das war mein erstes Pflichtspiel in der 3. Liga», zeigt sich Zells Schlussmann Joel Birrer nur Minuten nach dem Schlusspfiff immer noch ganz emotional. Der 18-Jährige wusste von seinem Glück erst 90 Minuten vor Spielbeginn bei der Mannschaftsbesammlung, der Stammtorhüter fehlte aus gesundheitlichen Gründen. Dem Zeller Keeper war es auch zu verdanken, dass der Liganeuling bei seinem Gastspiel im Rottal bei Grosswangen-Ettiswil nach 90 Minuten «nur» 1:3 tauchte. «Mit diesem Resultat waren wir sicher gut bedient. Grosswangen-Ettiswil machte früh Druck und hatte auch die eine oder andere Torszene. Sie forderten uns von Beginn weg. Dass eine Liga höher ein anderer Wind weht, bekamen wir schnell zu spüren», so Zells Co-Trainer Daniel Bucher (48).

Der Liganeuling scheiterte, kurz nach der 1:0-Führung (Joel Wälti per Foulpenalty) der Rottaler, mittels Foulpenalty (André Peter) an FCGE-Torhüter Andre Memaj. «Wer weiss, welche Wende dieses Spiel für uns genommen hätte. Das 1:1 hätte uns beflügelt und Selbstvertrauen gegeben», ist Co-Trainer Flamur Prendi (32) überzeugt. Nur Augenblicke später doppelten die Platzherren mit dem 2:0 durch Noel Luternauer nach. Doch Zell kam zurück, dank Roderic Buchers Treffer (55.; 2:1).

Einheimisches Schaffen soll den Ligaerhalt sichern

Doch Zells Hoffnung war schnell verflogen. «Das ist natürlich ärgerlich, wir kassierten kurz nach unserem 1:2 das 1:3. Wir durften sechs Minuten hoffen. Das sind Momente, in denen wir noch reifen müssen. Wir sind jung mit einem Altersschnitt von zirka 21 Jahren, viele Spieler haben zudem noch nie 3. Liga gespielt. Es ist ein Entwicklungsprozess, den wir durchmachen», weiss Zells Captain Christoph Roth. Der 28-Jährige sagt:

«Positiv war, dass wir zu unseren Torchancen kamen. Wir müssen uns sicher nicht verstecken. Wir werden diese Saison auch beweisen, dass wir einen würdigen Aufsteiger stellen und kein Punktelieferant sind.»

Auf das Saisonziel angesprochen, gibt sich der Routinierte und Älteste im Team zuversichtlich: «Der Klassenerhalt ist unser Ziel. Wir wollen in der 3. Liga bleiben. Zell gehört in diese Liga, wir haben nun auch ein schönes neues Klubhaus mit einer Topinfrastruktur, das wir im Juni einweihen durften.»

Ein Vorteil auf dem Weg zum Ziel könnte sein, dass der Aufsteiger keine personellen Mutationen erlebte und alles Zeller-Eigengewächse im Team figurieren, mit dem Herz am richtigen Fleck. In der 1. Vorrunde im IFV-Cup feierte Zell bei Sachseln (4.) einen 4:2-Erfolg.

Grosswangen-Ettiswil müsste höher gewinnen

Grosswangen-Ettiswil konnte seiner Favoritenrolle gerecht werden. «Es war kein einfaches Spiel für uns, wir waren Favorit, konnten nur verlieren. Chapeau an meine Spieler, sie haben diese Aufgabe bravourös gemeistert. Wir waren im Kopf bereit», zeigt sich Trainer Philipp Diethelm stolz. «Es war enorm wichtig, dieses Erfolgserlebnis zum Auftakt. Der Sieg war auch verdient, wir hätten höher gewinnen müssen. Aufwand und Ertrag stimmen in keinem Verhältnis», so der 36-Jährige weiter.

Grosswangen-Ettiswil erfreute mit offensiven Szenen und schönen Kombinationsspiel. Diethelm:

«Defensiv und offensiv habe ich positive Akzente feststellen dürfen. Ich bin optimistisch gestimmt für den weiteren Verlauf.»

Nach der Niederlage in der 1. Vorrunde im Cup bei Buttisholz (6:7 nach Penaltyschiessen) tankten die Rottaler Moral. Im richtigen Moment, denn am Freitag kommt es zum Rottal-Derby bei Ruswil, das mit einer 0:3-Niederlage bei Altbüron-Grossdietwil startete und eine Reaktion zeigen muss.