Fussball
Beim FC Ebikon fehlen noch viele Feinheiten

Drittligist FC Ebikon bleibt weiter sieglos und muss sich gegen Aufsteiger Hildisrieden mit einem 1:1 begnügen.

Michael Wyss
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Silvan Ineichen, Captain Hildisrieder SV.

Silvan Ineichen, Captain Hildisrieder SV.

Silvan Ineichen (28, Captain),Bild: Michael Wyss

«Zufrieden können wir nicht sein. Wir haben uns mehr erhofft aus diesem Heimspiel gegen Hildisrieden», zeigt sich Stürmer Eloy Aneas konsterniert. «Wir sind selber schuld, denn wir hatten die Möglichkeit, diese Partie zu gewinnen. Doch wir suchten das 2:0 nicht vehement», so der 33-jährige Stürmer, welcher vom FC Hünenberg (3. Liga) zu den Rontalern wechselte. «Wir müssen uns noch finden. Das Team ist praktisch ausgewechselt, wir erlebten im Sommer einen grossen Aderlass», nennt der frühere 1.-Liga-Spieler die Gründe, warum Ebikon nach dem vierten Spieltag immer noch auf den ersten Sieg wartet.

«Gewisse Feinheiten stimmen noch nicht, auch defensiver Hinsicht braucht es mehr Stabilität. Wir kassierten bisher viele Gegentreffer.»

Aus den ersten vier Partien resultierten drei Punkte, was nicht zufriedenstellend ist. Das Team des neuen Trainerduos Salvatore Sorrentino und Roberto Ordonez könnte durchaus mehr Punkte auf dem Konto haben. Aneas: «Die Ausbeute ist mager.» Ärgerlich: bei Südstern (4:4) führten die Rontaler 3:1, genau so gegen Rothenburg (3:3) verspielte man eine 3:1-Führung. Die 0:5-Klatsche in Hitzkirch machte den missglückten Saisonstart perfekt. Nun folgte das 1:1 gegen den Liganeuling Hildisrieden. Auch im IFV-Cup mussten die Rontaler die Segel streichen nach der 8:9-Niederlage nach Penaltyschiessen in Malters (3.). Weiter geht es für Ebikon mit dem Gastspiel bei Küssnacht, das mit drei Siegen und einer Niederlage startete.

HSV hat das Image einer «Liftmannschaft»

Positiv war dagegen die Stimmung beim Aufsteiger Hildisrieden. Das spielfreudige Team unter der Leitung des 43-jährigen Urners Simon Bosshard verdiente sich auf der Sportanlage Risch dieses Remis. «Wir zeigten nach dem 0:1-Rückstand eine starke Moral. Die zweite Halbzeit war beeindruckend. Die Mannschaft zeigte Kampf, Wille und erfreute mit keckem Fussball. Ich bin stolz auf mein Team.» Hildisrieden, das diese Saison die Aufstiegsmannschaft und eines der jüngsten Teams in der 3. Liga stellt, feierte den zweiten Punktgewinn im vierten Spiel. Bosshard weiter:

«Wir sind definitiv in der Liga angekommen. Diese Leistung hat gezeigt, dass wir die Qualitäten haben, um in dieser Liga zu bestehen.»

Auch das HSV-Eigengewächs Silvan Ineichen (28, Captain), ältester Spieler im Kader, war zufrieden mit dem Auftritt im Rontal: «Wir haben uns dieses Remis verdient. Wir könnten aber auch gewinnen. Ich bin guten Mutes, dass wir unser Ziel erreichen.» Soll konkret heissen? Ineichen: «Ligaerhalt. Ich bin vier Mal aufgestiegen und vier Mal abgestiegen und habe alles erlebt mit dem Fanionteam. Nun wollen wir uns länger in der 3. Liga halten. Für den Verein und unseren Nachwuchs ist es wichtig, dass wir auf diesem Niveau Fussball anbieten können.» In der jüngsten Vergangenheit wurde der HSV das Image einer Liftmannschaft nie ganz los. Lange konnten sich die Michelsämter nie in der 3. Liga halten. Am Samstag kommt Root, dessen Trainer Pascal Christen in Ebikon ein aufmüpfiges und unbequemes Hildisrieden sah, welches noch dem einen oder anderen Team das Leben schwer machen wird.