Leichtathletik

Zehnkämpfer Ashton Eaton: «Geh da raus und geniess es»

Ashton Eaton dankt auf seiner Ehrenrunde Gott für den Sieg.

Ashton Eaton dankt auf seiner Ehrenrunde Gott für den Sieg.

Am Ende war es eine Qual. Doch getragen vom Publikum erhöhte Zehnkämpfer Ashton Eaton auf der letzten Runde des 1500-m-Laufs noch einmal das Tempo. Es reichte: Weltrekord und WM-Gold für den Amerikaner.

Am Ende lag er ausgepumpt am Boden. Kein Jubel, nur noch Erschöpfung. Ashton Eaton hatte sich gerade mit aller letzter Kraft ins Ziel geschleppt und seinen Weltrekord im Zehnkampf auf fabelhafte 9045 Punkte verbessert. Und selbst als er etwas später für die Fotografen vor der Tafel mit dem neuen Weltrekord posierte, waren dem Amerikaner die Strapazen noch immer anzusehen.

Den eigenen Rekord gebrochen

Im abschliessenden 1500-m-Lauf lieferte Eaton Massarbeit ab, wobei er auch von der Hilfe des etwas schnelleren Algeriers Larbi Bourrada und des lautstarken Publikums profitierte. Um den eigenen Weltrekord zu brechen, waren 4:18,25 Minuten gefordert, der 27-Jährige kam dank eines Efforts auf der letzten Runde in 4:17,52 ins Ziel.

Mit dem Total von 9045 Punkten steigerte er sich gegenüber den amerikanischen Olympia-Trials im Jahr 2012 um sechs Punkte – damals waren die Bedingungen allerdings alles andere als optimal gewesen. Dank dem Weltrekord sicherte sich Eaton ein zusätzliches Preisgeld von 100'000 Dollar. Neben ihm hat einzig der Tscheche Roman Sebrle einmal die 9000-Punkte-Marke übertroffen (9026 Punkte im Jahr 2001).

Seit Jahren Spitzenreiter

Eaton ist der unbestrittene Mehrkampf-König der Leichtathletik. Seit 2012 hat der 27-Jährige an sämtlichen Grossanlässen triumphiert, an denen er gestartet ist. 2012 gewann er Olympia-Gold, 2013 holte er den WM-Titel. Der Triumph 2013 war gleichbedeutend mit dem letzten Zehnkampf von Eaton vor Peking.

2014 pausierte er und versuchte sich stattdessen über 400 m Hürden, eine Disziplin, die nicht zum Zehnkampf gehört. Dabei brachte er es in Glasgow auf eine Zeit von 48,69 Sekunden, was nur um 24 Hundertstel langsamer ist als die Bestzeit des Schweizer Europameisters Kariem Hussein. Die Überlegung hinter dem Wechsel war, ihn schneller über 400 m und über 1500 m zu machen.

Zudem war Eaton nach der Saison 2013 müde, brauchte er gemäss Coach Harry Marra eine Änderung. Über die Bahnrunde ging die Rechnung in Peking auf jeden Fall auf, holte er doch dort mit 45,00 Sekunden 87 Punkte mehr als bei seinem bisherigen Weltrekord. «Ich sagte zu mir: Okay, geniess diesen Wettkampf und geh da raus», sagte Eaton. «Das Resultat ist grossartig, aber ich habe das nicht allein geschafft.»

Einen kühlen Siegerkopf bewahren

Der aus Portland stammende Eaton, der seit Juli 2013 mit Brianne Theisen-Eaton, der WM-Zweiten im Siebenkampf, verheiratet ist, fiel in Peking nicht nur mit seinen Leistungen auf, sondern auch mit einer von seinem Sponsor Nike speziell entwickelten futuristischen «Haube», die für Abkühlung der äusserst sensiblen Kopfhaut sorgen soll. Eaton distanzierte den zweitplatzierten Kanadier Damien Warner um 350 Punkte. Bronze holte der Deutsche Rico Freimuth (8561).

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