Young Boys

YB verliert gegen Lugano - Rückstand und Druck nehmen zu

Die Spieler des FC Lugano freuen sich über ihr Tor.

Die Spieler des FC Lugano freuen sich über ihr Tor.

Die Young Boys unterlagen im eigenen Stadion durch ein Tor von Rossini Aufsteiger Lugano 0:1 und kassierten die erste Saisonniederlage. Für Interimscoach Harry Gämperle sieht die Berner Zukunft alles andere als rosig aus.

14'700 Zuschauer rieben sich die Augen, mochten nicht glauben, was sie auf dem Kunstrasen des Stade de Suisse zu sehen bekamen. Die Young Boys, die mit dem 3:1 gegen Thun unter Interimstrainer Harry Gämperle scheinbar den Weg aus der Krise gefunden hatten und nun zu Hause gegen Aufsteiger Lugano hatten nachlegen wollen, erlitten einen bösen Dämpfer. Gegen eine Tessiner Mannschaft, die vier Tage zuvor beim 1:6 im Letzigrund gegen GC noch Zweifel an ihrer Super-League-Tauglichkeit genährt hatte, setzte es für die Berner eine überraschende 0:1-Niederlage ab.

YB spürte den Groll der Fans

Nach bereits sechs Minuten durch ein Tor von Patrick Rossini in Rückstand geraten, schafften es die Young Boys in den verbleibenden 88 Minuten inklusive Nachspielzeit nicht einmal mehr, wenigstens einen Punkt zu retten.

Sie wurden von ihrem Anhang mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Kabine entlassen. «Ich verstehe die Pfiffe», sagte Steve von Bergen. «Diese Niederlage ist ein grosser Rückschlag. Wir haben alles gegeben, uns zehn Torchancen erarbeitet und dennoch hat es nicht gereicht.» Und der Captain ahnte bereits, was nun am Samstag beim Cupspiel in Kriens auf sein Team zukommen wird: «Jetzt stehen wir unter einem unheimlichen Druck.»

Chancen hatte es für die Gastgeber einige gegeben, da hatte von Bergen recht. Doch in Abwesenheit der torgefährlichen Guillaume Hoarau, Alexander Gerndt und Renato Steffen erwiesen sich deren Ersatzleute als zu leichtgewichtig. Samuel Afum vergab zwei gute Möglichkeiten zum Ausgleich, und nachdem er in der Pause durch Haris Tabakovic ersetzt worden war, machte es dieser auch nicht besser und scheiterte allein vor Francesco Russo. Der Gästekeeper hatte sich wie seine Teamkollegen im Vergleich zum GC-Spiel um hundert Prozent gesteigert.

Fehlende Effizienz

Natürlich, YB hatte weit mehr Ballbesitz als Lugano und auch die grössere Anzahl an Torchancen, doch mit Überzeugung trat es nicht auf. Ja, gegen Ende des Spiels war gar der Eindruck aufgekommen, die Gastgeber würden gar nicht mehr daran glauben, noch etwas Zählbares zu retten.

Es fehlte ihnen ganz einfach auch das Tempo in ihren Aktionen, um die solide Defensive der Gäste aus den Angeln zu heben. Von hinten heraus fehlte im Aufbauspiel die Präzision, sodass viele Angriffe versandeten, ehe sie richtig lanciert waren. Fast schon leidtun musste einem Miralem Sulejmani. In Bern als Königstransfer bejubelt, war der Serbe auch am Mittwochabend eine einzige Enttäuschung.

Für Gämperle wirds eng

So, wie sich die Young Boys gegen Lugano präsentierten, dürfte auch Gämperles Chance, Cheftrainer zu bleiben, massiv gesunken sein. «Wir haben alles probiert, aber die Effizienz hat gefehlt», sagte Gämperle. «Wer keine Tore schiesst, kann nicht gewinnen.» In sieben bis zehn Tagen wolle er den neuen Trainer präsentieren, sagte Fredy Bickel. Dass YB nach fünf Spieltagen bereits neun Punkte hinter Basel liegen würde, hätte der Sportchef auch nicht für möglich gehalten. Sollte es in Kriens straucheln, wäre in Bern der Teufel los. Garantiert.

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