«Ich konnte mir nicht vorstellen, wie man dort oben einen Super-G stecken soll, aber sie haben es geschafft», schwärmte Feuz, der als bester Schweizer Rang sechs belegte.

Der neue Kurs führte dazu, dass die Zuschauer das Rennen nur auf der Grossleinwand verfolgen konnten. «Das machte es zum grössten Public Viewing, das Österreich wohl je hatte», sagte Matthias Mayer, der als Dritter die Heimfans zufriedenstellte. Noch spezieller war die Zieleinfahrt für die Athleten selbst. Sieger Aksel Lund Svindal fühlte sich zurückversetzt in die Kindheit. «Das letzte Mal, dass ich ohne Fans über eine Ziellinie fuhr, nicht wusste, wo meine Betreuer stehen, und die Zeitmessung erst suchen musste, war bei einem Nachwuchsrennen.»

Reichelt verpasste Podest nur knapp

Auch Hannes Reichelt, der das Podest als Vierter nur knapp verpasste, musste ob derKulisse schmunzeln. «Es hatte etwas von einem Schüler-Rennen.» Alle Starter waren sich aber einig, dass es schön war, trotz schwieriger Voraussetzungen ein Rennen zu haben. Klar am besten mit der für alle Starter unbekannten Super-G-Strecke kamenzwei Norweger zurecht. Eine halbe Sekunde hinter Svindal klassierte sich Kjetil Jansrud auf Rang zwei.

Für den 35-jährigen Svindal war es der dritte Sieg in einem Super-G in Kitzbühel und eine emotionale Rückkehr an den Ort, wo er sich vor zwei Jahren verletzte. In der Abfahrt 2016 stürzte er und zog sich einen Riss des Kreuzbandes und des Meniskus im rechten Knie zu. «Ein solches Kitzbühel-Comeback ist sehr schön. Aber wenn ich wählen könnte, würde ich lieber die Abfahrt gewinnen», sagte Svindal, der 2014 Zweiter wurde.

Diese Aussage zeigt, welchen Stellenwert die Abfahrt in Kitzbühel hat. Ein Sieg im Super-G ist zwar schön und jeder Athlet nimmt ihn gerne. Trotzdem würde Svindal jederzeit tauschen.

Roulin mit Bestresultat

Für Feuz war Rang sechs das Bestresultat im Super-G in dieser Saison. «Ich bin zufrieden, dass ich mich steigere», sagte er. Von den restlichen Schweizern schaffte es auch im vierten Super-G der Saison keiner in die Top Ten. Immerhin: Gilles Roulin klassierte sich auf Rang 13 und somit so gut wie noch nie in einem Weltcup-Super-G. Thomas Tumler fuhr auf Rang 16 und Ralph Weber klassierte sich im 19. Schlussrang.