Orientierungslauf
WM-Gold in Lettland! – Schweizer Frauen siegen in der OL-Staffel und Männer holen Silber

Die Schweizer Frauen gewinnen an den Orientierungslauf-Weltmeisterschaften in Lettland Gold mit der Staffel. Judith Wyder sorgte für die entscheidende Differenz im Vergleich zur Schwedin Tove Alexandersson. Den Männern gelang nach einer Aufholjagd Silber.

Drucken
Teilen
Judith Wyder wird als Schlussläuferin von ihren Teamkolleginnen gefeiert. Gerade eben hat die Schweiz WM-Gold im Orientierungslauf gewonnen.
7 Bilder
Elena Roos unterwegs für die Schweizer Staffel: Neben ihr liefen Julia Jakobs und Judith Wyder für die Schweiz und sorgten zusammen für die Goldmedaille.
Noch Zeit zum Feiern: Elena Roos (links) und Julia Jakob (rechts) können mit Schlussläuferin Judith Wyder ins Ziel laufen und die Goldmedaille bejubeln.
WM-Gold für die Schweizer OL-Staffel: Julia Jakob (v.l.), Elena Roos und Judith Wyder freun sich über Gold an den Orientierungslauf Weltmeisterschaften.
Freude bei den Schweizerinnen nach der Goldmedaille an den Weltmeisterschaften im Orientierungslauf.
OL-Staffel Frauen holt WM-Gold in Lettland
Silber in der Staffel für die Männer im Orientierungslauf: Florian Howald (v.l.), Matthias Kyburz und Daniel Hubmann.

Judith Wyder wird als Schlussläuferin von ihren Teamkolleginnen gefeiert. Gerade eben hat die Schweiz WM-Gold im Orientierungslauf gewonnen.

Remy Steinegger

Die Schlussläuferin Judith Wyder, zeitgleich mit der Schwedin Tove Alexandersson gestartet, setzte sich mit 15 Sekunden Vorsprung durch. Die Entscheidung fiel zum Schluss in einem reinen Laufduell. Die Bernerin, nach einer Babypause 2017 wieder in Top-Form, verfügte nach einem kräftezehrenden Parcours über mehr Power.

Zuvor hatten Elena Roos und Julia Jakob-Gross gute Vorarbeit geleistet. Roos: «Ich habe physisch sehr gelitten, bin aber solid gelaufen.» Und Jakob-Gross sagte nach dem Rennen: «Der Lauf war in gewissen Abschnitten sehr technisch, dann gab es wieder Passagen mit hohem Lauftempo. Sehr hart, aber ich bin zufrieden.»

Die Schweizerinnen und die Schwedinnen waren während des ganzen Wettkampfs stets nur durch wenige Sekunden getrennt. Bronze ging an die Läuferinnen aus Russland. Die im Aargau lebende Natalia Gemperle distanzierte zum Schluss die Norwegerin klar.

Letztmals hatte die Schweizer Frauenstaffel 2014 in Norditalien triumphiert. Wyder übernahm schon vor vier Jahren den letzten Abschnitt. 2012 beim Gold an der Heim-WM in Lausanne war dieser Part noch für Simone Niggli reserviert.

Männer in der Defensive

Die Schweizer Männer schlossen die Aufholjagd mit Silber ab. Am Ende fehlten Matthias Kyburz bloss noch vier Sekunden zum Schlussmann Norwegens.

Der Startläufer Florian Howald, der nach der Hälfte seines Abschnitts noch in Führung lag, hatte nach einem zeitraubenden Fehler bloss als 14. mit 1:22 Minuten Rückstand an Daniel Hubmann übergeben. Der Routinier stiess zwar auf Platz 9 vor, allerdings kam er dem Norweger nicht näher. Magne Dähli, der Schlussläufer der Skandinavier, startete schwach. Er fiel auf den 7. Zwischenrang zurück, unmittelbar vor Frankreich und der Schweiz. Dähli, Kyburz und Frédéric Tranchand rollten das Feld von hinten auf und liefen innerhalb von 10 Sekunden auf den Podestplätzen ein.

«Ich wusste, dass noch nichts verloren ist», betonte Kyburz. «In diesem schwierigen Gelände verliert oder gewinnt man rasch eine Minute.»

An den Titelkämpfen in Lettland feierte die Schweiz bereits die Medaillen Nummer 7 und 8. Gold hatte sich auch bereits Daniel Hubmann nach dem Sprint umhängen lassen.

Resultate

Staffel-Weltmeisterschaft im Orientierungslauf

Männer (3mal 5,7 km/305 m HD/17 Posten):

1. Norwegen (Hallan Steiwer Gaute, Eskil Kinneberg, Magne Dähli) 1:47:26.

2. Schweiz (Florian Howald, Daniel Hubmann, Matthias Kyburz) 0:04 Minuten zurück.

3. Frankreich (Nicolas Rio, Lucas Basset, Frédéric Tranchand) 0:10.

4. Österreich 0:17.

5. Tschechien 0:36.

6. Grossbritannien 0:37.

Frauen (3mal 4,7/270/16):

1. Schweiz (Elena Roos, Julia Jakob-Gross, Judith Wyder) 1:45:03.

2. Schweden (Helena Bergmann, Karolin Ohlsson, Tove Alexandersson) 0:15.

3. Russland (Anastasia Rudnaja, Tatjana Riabkina, Natalia Gemperle) 2:17.

4. Norwegen 5:06.

5. Finnland 9:53.

6. Dänemark 10:06.