Zwei Startplätze für die Ironman-WM vom 12. Oktober auf Hawaii werden in Zürich im Profifeld der Männer vergeben.

Angeführt wird das Feld vom neunfachen Ironman-Switzerland-Gewinner Ronnie Schildknecht. Titelverteidiger Jan van Berkel und Ruedi Wild, der an der letzten Ironman-WM auf Hawaii im 14. Rang bestklassierter Schweizer im Männer-Profifeld war, sowie Sven Riederer kämpfen um den Siegercheck in der Höhe von 12'000 Dollar.

Riederer, der langjährige Kurzdistanz-Spezialist und Olympia-Dritte von Athen 2004, befindet sich in seiner Abschieds-Saison als Triathlet. Er möchte über 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen ums Zürcher Seebecken einen Coup landen. Denn über die Langdistanz fehlt dem 38-jährigen Zürcher im Palmarès noch ein Topresultat. Im Vorjahr gewann er zum Saisonabschluss die anspruchsvolle Challenge Davos, die als Halb-Ironman-Triathlon gilt.

"Jung-Senioren" fordern "Alt-Junior"

Auch für Ruedi Wild und besonders für Rekordgewinner Ronnie Schildknecht, der im September 40 Jahre alt wird, ist das Karriere-Ende nicht mehr weit weg. Auch wenn auf Weltklasse-Level beispielsweise der mittlerweile 42-jährige Amerikaner Andy Potts auf Hawaii immer noch ein Dauerbrenner in den Top Ten ist.

So gesehen ist Titelverteidiger Jan van Berkel mit seinen 33 Jahren fast noch ein Junior. Der Zürcher Unterländer hatte erst im Vorjahr seine Ironman-Lehrjahre in Zürich mit dem ersten Triumph abgeschlossen.

2012 hatte van Berkel auf der Langdistanz in Zürich bereits als Zweiter debütiert, aber erst sechs Jahre später vollzog er den nächsten Schritt zum Ironman-Champion. Im Vorjahr befand sich Van Berkel in einem emotionalen Doppel-Hoch. Denn wenige Tage nach Ironman-Sieg heiratete er die frühere Eiskunstlauf-Europameisterin Sarah Meier.

Von den ausländischen Teilnehmern in Zürich sind der laufstarke und zweifache spanische Ironman-Gewinner Ivan Rana (40), der im Jahre 2002 Weltmeister über die Kurzdistanz war, sowie der Deutsche Christian Kramer zu beachten. Der 35-jährige Kramer war Ende Mai Zweiter am anspruchsvollen Ironman Lanzarote.

Einziger Abwesender der Schweizer Ironman-Elite ist Philipp Koutny, der sich vor drei Wochen an der Ironman-EM in Frankfurt als erster Schweizer Mann bereits die Qualifikation für die Ironman-WM vom 12. Oktober auf Hawaii gesichert hat. Der 36-jährige Koutny steht zwar ebenfalls auf der 42-köpfigen Profi-Startliste für den Ironman Switzerland, wird aber drei Wochen nach seinem kräfteraubenden Effort nicht schon wieder an der Ironman-Startlinie stehen.

Men only bei den Profi - Spirig startet am Samstag

Bei der letzten Ironman-Austragung in Zürich gibt es es für einmal kein Ironman-Profifeld bei den Frauen. Dafür wird nun ein Gesamtpreisgeld von 30'000 Dollar für die Männer ausgeschüttet. Und nicht mehr nur die Top 6, sondern die Top 8 sind preisgeldberechtigt.

Die Pro-Rennen vom Samstag über die olympische Distanz vom Samstag werden durch den kurzfristigen Startentscheid von Kurzdistanz-Spezialistin Nicola Spirig aufgewertet. Für die Olympiasiegerin 2012 und Olympia-Zweite von 2016 ist es 14 Wochen nach der Geburt des dritten Kindes der dritte Wettkampf. Vor zwei Wochen hatte die 37-Jährige in Hamburg das Rennen der WM-Serie über die Sprintdistanz sowie am darauffolgenden Tag den Mixed-Team-Wettbewerb für die Schweiz bestritten.

Der Ironman Switzerland wird dann ab 2020 neu in Thun ausgetragen. Dort wird es auch am Ironman wieder ein Profifeld der Frauen geben. Die Berner Oberländer konnten den Zürcher Veranstaltern ein mehrjähriges Engagement bieten. Deshalb wird der Ironman nun mindestens bis 2024 in Thun stattfinden. In Zürich war der Ironman seit 1997 beheimatet.