Die Situation vor dem 20. und letzten Finalschuss im hochmodernen Schiess-Komplex in der aserbaidschanischen Hauptstadt war extrem spannend. Hornung und die neun Jahre ältere Serbin lagen mit 197,3 Punkten exakt gleichauf. Dann schoss zunächst Arsovic eine 10,5 und unmittelbar danach auch die Schweizerin - allerdings eine 10,4.

Gold ging mit dem Minimalvorsprung von einem Zehntel an die Serbin. Arsovic, die nach 16 Schüssen noch mit zwei Punkten vor der Schweizerin gelegen war, hatte sich gerade noch zum Sieg gerettet. Trotz des höchst knapp verpassten Triumphs durfte sich Hornung freuen. Die 19-jährige Logistikerin aus Büren an der Aare sicherte der Schweiz den begehrten Quotenplatz für die Olympischen Spiele in Rio 2016, da Serbien schon vor Baku im Besitz eines solchen war.

Hornung ist die grosse Hoffnung der Schweizer Sportschützen. Im letzten September hatte sie an den Weltmeisterschaften in Granada (Sp) bei den Juniorinnen Gold mit dem Luftgewehr gewonnen - damals ebenfalls mit der knappst möglichen Marge von einem Zehntel Vorsprung.

Für die vorherigen Medaillen der Schweizer Delegation in Baku hatte siegreiche Triathletin Nicola Spirig sowie die Cross-Country-Mountainbiker Jolanda Neff und Nino Schurter (beide Gold), Kathrin Stirnemann und Lukas Flückiger (beide Silber) und Fabian Giger (Bronze) gesorgt.