Die 31-jährige Solothurnerin pulverisierte in 8:26:16 Stunden auf Big Island ihren eigenen Streckenrekord von 2016 um über 20 Minuten (8:46:46). "Ich wollte ein Rennen realisieren, an das sich die Zuschauer erinnern werden. Das war mein Ziel. Es war eines der verrücktesten Rennen, die ich je erlebt habe. Und zum Glück gab ich im Schwimmen nicht auf. Von einem extremem Tief schaffte ich es noch in ein extremes Hoch."

Ryf war bereits beim Einschwimmen von Quallen gebissen worden. "Dadurch konnte ich natürlich den Armzug nicht gut durchziehen. Ich dachte bereits ans Aufgeben, erinnerte mich mich aber an Jan Frodeno im Vorjahr, der trotz seiner Rückenbeschwerden und ohne Aussicht auf den Sieg bis das Rennen beendete", sagte Ryf, die die erste Disziplin trotz starker Schmerzen absolvierte. Ab dem Radfahren fühlte sie sich dann besser.

Daniela Ryfs Triumph auf Hawaii in Bildern:

Wie im Vorjahr setzte sich Ryf vor der Engländerin Lucy Charles durch. Charles, die nach einem Schwimm-Rekord mit einen Vorsprung von über zehn Minuten in die 180 Kilometer lange Radstrecke starten konnte, wurde von der im Laufen überragenden Ryf bis ins Ziel noch um über zehn Minuten distanziert.

Die Schweizerin überholte Lucy Charles wie im Vorjahr gegen Ende der Radstrecke. Danach bewältigte sie den Marathon in 2:57:05 Stunden. Bei guten Bedingungen mit wenig Gegenwind drückte Ryf in 4:26:07 den Rekord auf der Radstrecke ihrer nicht mehr aktiven Landsfrau und je zweifachen Zeitfahr-Weltmeisterin und Olympia-Medaillengewinnerin Karin Thürig (4:44:19 im Jahre 2011) um über 18 Minuten. Zudem war es auch eine persönliche Bestzeit von Ryf.

Von Mirinda Carfrae geadelt

Prompt wurde Ryf für ihre überragende Leistung von renommierter Stelle geadelt. "Daniela befindet sich in einer separaten Liga. Sie hat keine Schwäche. Sie kann auf dem Rad eine Pace von Männern anschlagen und rennt den Marathon unter drei Stunden", lautete der Ritterschlag für Ryf von der dreifachen Ironman-Weltmeisterin Mirinda Carfrae, die nach einer Babypause mit einem 5. Rang ein starkes Comeback realisierte.

Die zweitklassierte Charles lief nach 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen in 8:36:32 Stunden ein. Dritte wurde die Deutsche Anne Haug (8:41:58).

Eine Messlatte nach der anderen von Ryf

Mit dem vierten WM-Titel schloss Ryf nun zur vierfachen englischen Ironman-Weltmeisterin Chrissie Wellington auf, die nicht mehr aktiv ist. Mehr WM-Titel auf Hawaii haben einzig Rekordsiegerin Paula Newby-Fraser (8) und Natascha Badmann (6) gewonnen. Und ausser Ryf schaffte erst Newby-Fraser vier Siege in Serie am legendärsten Triathlon der Welt (1991 bis 1994).

Bereits im Vorjahr hatte Ryf als erste Athletin überhaupt zum zweiten Mal das Double, bestehend aus dem Titelgewinn an den 70.3- und Ironman-WM, realisiert. Nun schaffte sie dieses Double gar zum dritten Mal - und baute damit ihre Herrschaft im Mittel- und Langdistanz-Triathlon aus. Auch über die 70.3-Ironman-Distanz ist Ryf vierfache Weltmeisterin.

Lange verteidigt Titel - Wild bester Schweizer im 14. Rang

Bei den Männern siegte auf Hawaii der Deutsche Patrick Lange, der seinen zweiten Ironman-Titelgewinn in Folge holte. Er erzielte in 7:52:39 Stunden ebenfalls Streckenrekord und blieb als erster Mann überhaupt unter acht Stunden auf Hawaii. "Ich konnte im Radfahren sicher von der Arbeit meines Trainingskollegen Andreas Dreitz profitieren, dessen Pace ich mit regelkonformem Abstand lange halten konnte", gab Lange zu.

Lange gewann vor dem Belgier Bart Aernouts und dem Briten David McNamee. Bester Schweizer wurde Ruedi Wild im 14. Rang. Er lief unmittelbar vor dem überraschenden Philipp Koutny ein, der sich erstmals für das Profifeld auf Hawaii qualifiziert hatte. Der diesjährige Ironman-Switzerland-Gewinner Jan van Berkel musste sich mit dem 24. Rang zufrieden geben. Ronnie Schildknecht, der neunfache Gewinner des Ironman Switzerland, gab auf der Laufstrecke auf.