Judo

Rückkehrerin Tschopp im Blickpunkt

Evelyne Tschopp (links) tritt am Montag nur drei Monate nach einem im Training erlittenen Wadenbeinbruch an den WM in Tokio an

Evelyne Tschopp (links) tritt am Montag nur drei Monate nach einem im Training erlittenen Wadenbeinbruch an den WM in Tokio an

Ein vierköpfiges Aufgebot um «Comeback"-Kämpferin Evelyne Tschopp vertritt die Schweiz an den am Sonntag beginnenden Judo-Weltmeisterschaften am nächstjährigen Olympia-Austragungsort Tokio.

Die zweifache Judo-EM-Dritte Evelyne Tschopp wird nur drei Monate nach einem im Training erlittenen Wadenbeinbruch am Montag im Limit bis 52 kg antreten. Die 28-jährige Medizin-Studentin hatte am letzten Montag über Facebook "grünes Licht" für ihre Rückkehr auf höchster internationaler Ebene gegeben.

"Es kann auch von Vorteil sein, ohne Druck und mit richtiger Vorfreude am Wettkampf teilzunehmen", mutmasst Tschopp, die im laufenden Olympia-Zyklus als bislang einzige Schweizer Judoka überhaupt und gleich zweimal auf dem EM-Podest stand (2017 und 2018).

Die Baselbieterin hatte zuletzt unter anderem im Juni auf die EM beziehungsweise auf die Europa-Spiele in Minsk verzichten müssen. Im Limit bis 52 kg ist die Schweiz in Tokio auch noch mit Fabienne Kocher (Riedikon) vertreten. An EM und WM sind im Gegensatz zu Olympia zwei Athletinnen pro Land startberechtigt. Kocher konnte in diesem Jahr bereits zwei Podestplätze auf Grand-Prix-Stufe verbuchen.

Der 22-jährige Ustermer Nils Stump (73 kg), der schon Junioren- und U23-EM-Dritter war, schaffte auf gleicher Stufe einen 5. Rang und verbuchte zudem Anfang Februar in Portugal seinen ersten Sieg an einem Continental Open (früher Weltcup).

Dieser wirft allerdings nur am sechstmeisten Punkte für die Weltrangliste ab. Die WM, das Masters sowie Grand Slam bilden die Top 3 der Wertigkeit. Danach folgen gleichauf Grand Prix und Kontinental-Meisterschaften. An diesen erhalten Sieger beispielsweise noch 700 Punkte, während ein Triumph an einem Continental Open mit nur 100 Punkten vergütet wird. Dies wiederum ist 20-mal weniger als ein Judoka für den WM-Titelgewinn erhält.

Vierter Schweizer WM-Teilnehmer in Tokio ist Ciril Grossklaus. Der im 90-kg-Limit kämpfende Aargauer verfügt wie Tschopp bereits über Olympia-Erfahrung von Rio 2016. In diesem Jahr waren ein 5. Rang an einem Grand Prix sowie der 7. Rang an der EM in Baku die wertvollsten Resultate von Grossklaus.

Der Weg an die Spiele

Die Judo-Konkurrenzen bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio, im Mutterland dieses Zweikampfsports, werden in die Geschichte eingehen. Sie stellen einen enormen Qualifikations-Anreiz für die Athleten dar.

Die zweijährige Olympia-Qualifikation für Tokio endet am 24. Mai 2020. Es qualifizieren sich die Top 18 bei beiden Geschlechtern, wobei nur ein Athlet pro Land in Tokio startberechtigt sein wird. Zusätzlich gibt es die Kontinentalquote (Athleten nach Top 18), über die sich maximal ein Athlet pro Land und maximal zwei Athleten pro Kontinent und Gewichtsklasse qualifizieren können.

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