Golf
Premium Butler und Zünglein an der Waage

Golf-Caddies haben einen zweifelhaften Ruf. Manche Leute sehen in ihnen die Trottel vom Dienst. «Tasche hinterher-tragen, das kann doch jeder!» Doch ein Caddie ist mehr als einfach nur ein Diener.

Timon Richner
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Golfprofi Henrik Stenson (r.) bespricht sich mit seinem Caddie.

Golfprofi Henrik Stenson (r.) bespricht sich mit seinem Caddie.

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Jeder Profi hat andere Ansprüche an einen Caddie, doch diese können sehr vielseitig sein. Caddies müssen für ihre Chefs wettergerechte Kleidung, Snacks, Getränke, Bälle und Schläger bereitstellen, aber auch Helfer und Berater in taktischen Fragen sein. Der Caddie misst für den Golfer beispielsweise kurze Ball-Loch-Distanzen ab. Auch beim Einschätzen topografischer Gegebenheiten des Golfplatzes muss ein Caddie Rat bereithaben.

Oft sind sie Tage vor ihren Bossen am Ort des Turniers, studieren den Kurs und fertigen Skizzen von Schlüsselstellen an. Denn die Zeit spielt im Golfsport auch eine Rolle, nach dem Erreichen des Balles bleiben nur 40 Sekunden, um den nächsten Schlag auszuführen, da sind rasche Hinweise Gold wert. Für einen Golfprofi hat ein Caddie somit auch Manager-, Trainer- und Psychologenfunktionen.

Martin Rominger, Schweizer Golfprofi, schreibt auf seiner Homepage, dass ihn ein guter Caddie einen halben Schlag pro Runde besser macht, ein schlechter koste ihn einen Schlag. So lassen sich Golfstars ihre Helfer einiges kosten.

Tiger Woods bezahlte seinem Caddie in seinen erfolgreichsten Zeiten rund 1,2 Millionen Franken im Jahr. Dieser Lohn ist nicht Standard, aber solange im Golfsport viel Geld zu verdienen ist, können sich auch Caddies ein Stück des Kuchens abschneiden.