Der mit 300'000 Franken dotierte Grand Prix unter Flutlicht war an Spannung kaum zu überbieten und riss die rund 3000 Zuschauer im Engadin von den Sitzen. Niklaus Rutschi aus Alberswil, der Schweizer Ersatzreiter an der EM in Aachen, riskierte mit seinem Holländer-Fuchs Windsor alles. Er drückte aufs Tempo, wendete eng und übersprang die sieben Hindernisse in der Barrage teils schräg. Es reichte nicht ganz. Im Ziel fehlten dem wertvollen Schweizer Teamreiter 26 Hundertstel zum Triumph. Das Sieggeld ging an die Amerikanerin Laura Kraut, die am Samstag bereits das Championat bei der geglückten Premiere im Engadin gewonnen hatte. Kraut wurde mit dem hohen Sieggeld von 75'000 Franken belohnt, Rutschi mit 60'000 Franken.

"Ich habe nicht den Sieg verspielt, sondern den zweiten Platz gewonnen. Mein Windsor sprang phantastisch. Laura Kraut war halt noch etwas besser", resümierte Rutschi. "Steve Guerdat hat mich vor dem Stechen motiviert und mir geraten, volles Risiko zu gehen. Es galt, keinen Schönheitspreis zu gewinnen, sondern wie eine Furie zu reiten."

Als zweite Schweizerin vermochte sich die Aargauerin Chantal Müller im GP zu klassieren. Nach überlegtem Blankoritt resultierten Platz 8 und eine Prämie von 9000 Franken. Insgesamt erreichten zehn Paare das Stechen nach dem kniffligem und technisch anspruchsvollen Grundkurs von Parcourschef Frank Rothenberger, der auch die Kurse an der EM in Aachen konzipiert hatte. Fehlerlos blieben auch Werner Muff mit Fleur, Michael Whitaker mit Quelbora Merze, Jane Richard Philips mit Folca und Janika Sprunger mit Uptown Boy. Sie scheiterten aber an der knappen Zeitvorgabe.