YB

Marco Wölfli: «Für mich sind wir immer noch der Favorit!»

«Die Niederlage gegen Luzern spornt uns an»: Marco Wölfli und die Young Boys müssen am Sonntag gegen Basel siegen, um Meister zu werden.

«Für mich sind wir immer noch der Favorit!»

«Die Niederlage gegen Luzern spornt uns an»: Marco Wölfli und die Young Boys müssen am Sonntag gegen Basel siegen, um Meister zu werden.

YB-Captain Marco Wölfli war beim 1:5 gegen Luzern der einzige YB-Spieler in Normalform. Er wehrt sich gegen die Annahme, bei YB würden die Nerven blank liegen, und sagt, weshalb sein Team Meister wird.

Markus Brütsch, Bern

Marco Wölfli, vor dem Spiel gegen Luzern haben der Trainer und die Spieler von der wichtigsten Partie der Saison gesprochen. Dann aber hat Vladimir Petkovic mit Abwehrchef Emiliano Dudar und Henri Bienvenu zwei der Besten des Teams pausieren lassen. Das ist doch nicht nachvollziehbar!
Marco Wölfli: Es sind zwei wichtige Spieler draussen geblieben, das stimmt. Beide waren mit gelben Karten vorbelastet. Aber all jene, die auf dem Platz waren, sind ja nicht irgendwelche Nobodys gewesen. Gut, die Rechnung ist dann nicht aufgegangen. Nun werden wir halt dafür sorgen, dass sie am Sonntag aufgeht.

Marco Streller hat nach der Niederlage der Basler gegen GC gesagt: Lieber einmal 1:4 auf die Schnauze bekommen als dreimal 0:1.
Wölfli: Das gilt natürlich auch für uns. Dennoch wäre es mir lieber, wir hätten nicht fünf Tore bekommen. Das nervt mich als Torhüter speziell. Wichtig ist jetzt, dass wir den Kopf nicht hängen lassen. Es ist super, dass wir sofort die Gelegenheit erhalten, auf dieses 1:5 zu reagieren – und dann gleich noch in einem solch brisanten Spiel. Es ist extrem, was die beiden Teams bisher geleistet haben, und genial, dass nun in der letzten Partie alles entschieden wird.

Was spricht noch dafür, dass YB Meister wird? Nennen Sie drei Gründe!
Wölfli: Wir können die Finalissima zu Hause spielen. Wir haben gezeigt, dass wir einen super Teamgeist haben. Wir verfügen über eine individuell stark besetzte Mannschaft. Und viertens: Wir sind in dieser Saison mental ganz stark.

Mit Verlaub: Davon war in Emmenbrücke nichts zu sehen. Das Gegenteil war der Fall. YB scheint noch immer nicht nervenstark genug und ein Fall für den Sportpsychologen zu sein.
Wölfli: Die ganze Mannschaft arbeitet seit längerer Zeit mit dem Sportpsychologen Jörg Wetzel zusammen. Ich selber sogar schon seit fünf oder sechs Jahren. Wir haben mit der Mannschaft in dieser Beziehung klare Fortschritte gemacht. Man darf jetzt nicht alles auf dieses eine Spiel in Emmenbrücke abstellen. Wir haben in dieser Saison auf kritische Phasen immer reagieren können.

Ein 1:5 wegzustecken, ist aber nicht einfach.
Wölfli: Nein, aber es spornt uns noch mehr an. Wir wollen diesen Pott unbedingt holen.

Im Leistungssport entscheidet oft das Selbstvertrauen über Erfolg oder Misserfolg. Nach diesem 1:5 hat YB schlechte Karten.
Wölfli: Nein, das glaube ich nicht. Wir haben 77 Punkte geholt und verlieren wegen dieses 1:5 doch nicht unser Selbstvertrauen! 25000 Zuschauer sind auf unserer Seite und wir spielen auf Kunstrasen. Für mich sind wir immer noch der Favorit!

Meistgesehen

Artboard 1