Orientierungslauf

Hubmann stösst Kyburz bei OL-WM um drei Sekunden vom Podest

Daniel Hubmann stempelt mit dem Chip am Handgelenk den Posten ab.

Daniel Hubmann stempelt mit dem Chip am Handgelenk den Posten ab.

Daniel Hubmann gewinnt zum Auftakt der OL-Weltmeisterschaften in Norwegen über die Langdistanz die Bronzemedaille, Simona Aebersold debütiert mit Platz 3.

Zum Auftakt der OL-Weltmeisterschaften in Norwegen lagen im Schweizer Lager Freud und Leid nahe beisammen. Daniel Hubmann stiess mit dem Gewinn von Bronze über die Langdistanz Matthias Kyburz um 3 Sekunden vom Podest, Simona Aebersold debütierte mit Platz 3.

"Die Freude ist riesig, aber gleichwohl leicht gedämpft", sagte Daniel Hubmann. Der Schweizer Routinier krönte seinen 50. WM-Lauf mit der 28. Medaille, verwies aber gleichzeitig seinen Team-Kollegen Matthias Kyburz bei einer Laufzeit von über anderthalb Stunden um ein paar Sekunden vom Podest. Für den Fricktaler ist dieser Rennausgang besonders bitter. Dem fünffachen Gesamt-Weltcupsieger und vierfachen Weltmeister fehlt somit in der Königsdisziplin Langdistanz weiterhin eine WM-Medaille.

So wie sich der 36-jährige Hubmann nicht restlos freuen konnte, sass bei Kyburz die Enttäuschung nicht grenzenlos tief. Vor dem Lauf hätte er wohl für Platz 4 unterschrieben. Der Fricktaler hatte sich im Sommer eine Bänderverletzung am Fuss zugezogen. Sein Start an den Titelkämpfen südlich von Oslo stand bis vor wenigen Wochen in der Schwebe. "Ich darf auch froh sein, dass ich den Fuss nicht gespürt habe", erwähnte der 29-Jährige. Zum Rennverlauf meinte er: "Am Schluss waren die letzten drei Posten entscheidend." Kyburz war nach Hubmann ins Rennen gestiegen und somit über den Rückstand informiert. Er lag fast während der gesamten Renndauer auf Medaillenkurs. Erst 1,1 km vor dem Ziel tauchte er 9 Sekunden hinter Hubmann auf. Die GPS-Daten brachten eine etwas schlechtere Routenwahl ans Licht.

Gold oder Silber lagen ausser Reichweite. Mit drei Minuten Vorsprung auf die beiden Schweizer siegte der Favorit Olav Lundanes. Der Norweger siegte zum vierten Mal in Serie in der Langdistanz, zudem war er auch 2012 in Lausanne und 2010 in Trondheim in der Königsdisziplin Weltmeister geworden. Sein erst 19-jähriger Team-Kollege, der siebenfache Junioren-Weltmeister Kasper Fosser, holte bei seiner WM-Premiere mit 1:39 Minuten Rückstand gleich Silber.

Aebersold trumpft mit Bronze gross auf

Auch die neunfache Junioren-Weltmeisterin Simona Aebersold trumpfte bei ihren ersten Weltmeisterschaften mit der Elite gleich gross auf. Die 21-jährige Seeländerin gewann über die Langdistanz wie Hubmann die Bronzemedaille. Sabine Hauswirth büsste als Fünfte rund zweieinhalb Minuten auf den Podestplatz ein, Julia Jakob wurde Achte.

"Kein Fehler, ein super Gefühl", sagte Aebersold nach dem Zieleinlauf. Zu diesem Zeitpunkt wusste die Studentin der Sportwissenschaften und der Biologie noch nicht, ob es aufs Podest reichen würde.

Simona Aebersold entstammt einer OL-Familie. Ihr Vater, der Arzt Christian Aebersold, war in den Neunziger-Jahren am ersten Hoch im Schweizer Orientierungslauf beteiligt. Aebersold lief 1991, 1993 und 1995 in der Goldstaffel der Schweizer Männer - damals fanden die Titelkämpfe im Zweijahres-Rhythmus statt. Simona Aebersold hatte im Vorfeld bloss von Top-Ten-Klassierungen, allenfalls einem Diplom (Top 6) gesprochen. Bereits im vergangenen Jahr an den Europameisterschaften im Tessin hatte sie aber mit Bronze über die Mitteldistanz angedeutet, dass sie bereits zu den Weltbesten zählt.

Mit über sechs Minuten Vorsprung gewann die Favoritin Tove Alexandersson aus Schweden vor ihrer Landsfrau Lina Strand. Die 27-jährige Alexandersson duellierte sich in ihren Anfängen noch mit Simone Niggli. Nun ist sie in der Langdistanz der Konkurrenz entrückt. Wie Lundanes siegte die Weltranglisten-Erste zum vierten Mal in Serie über die Langdistanz.

Seit diesem Jahr werden die Weltmeisterschaften in einem neuen Format ausgetragen. Im Süden von Oslo findet die erste Wald-WM statt. 2019 werden die Medaillensätze in der Lang-und Mitteldistanz sowie in den Staffeln vergeben. 2020 folgen dann in Dänemark drei Titelkämpfe in den Sprint-Disziplinen.

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