Europameisterschaft

Hitzfeld zum Euro-2012-Los: «Wollen um den Gruppensieg spielen»

Euro 2012

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Die Würfel sind gefallen: Die Schweiz kämpft in der Qualifikation zur Fussball-Europameisterschaft gegen Montenegro, Wales, Bulgarien und England. Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld sieht England als Favoriten, will mit der Schweiz aber um den Gruppensieg spielen.

Der Weg an die EM 2012 ist für die Schweiz mutmasslich schwerer als an die WM nach Südafrika. England, Bulgarien, Wales und Montenegro sind die Gegner in der Gruppe G. Die Schweiz wurde im mächtigen Kulturpalast von Warschau vom ukrainischen Euro-Botschafter und früheren Weltklassestürmer Andrej Schewtschenko aus Topf 2 dieser Poule zugelost. «Wir sind in eine interessante Gruppe mit verschiedenen Mentalitäten und Spielsystemen gelost worden», so das erste Urteil von Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld. 

Die Schweiz muss Gruppensieger werden oder der beste der neun Gruppenzweiten sein, um sich direkt zu qualifizieren. Die Hürden sind hoch – höher als in der letzten WM-Qualifikation, als der Schweiz aus dem Topf der Top-Teams Griechenland zugelost wurde.

«England ist natürlich klarer Favorit, aber wir wollen um den Gruppensieg spielen und uns nicht via Barrage qualifizieren müssen», so Hitzfeld. «Auslosungen sind nie ein Wunschkonzert, doch es hätte schlimmer kommen können für uns. Ich bin mit der Fünfergruppe nicht unzufrieden.»

England ist Favorit

England erzielte unter dem italienischen Star-Trainer Fabio Capello erstaunliche Fortschritte und meisterte mit neun Siegen in zehn Spielen die WM-Qualifikation souverän. In Südafrika gehören die Engländer dank Spielern wie John Terry, Frank Lampard, Steven Gerrard und Wayne Rooney zu den Top-Favoriten.

Unangenehm sind auch die auf dem Papier leicht schwächer als die Schweiz eingestuften Mannschaften. Bulgarien mit dem ManU-Stürmer Dimitar Berbatov und dem früheren Servette-Spieler Martin Petrov wurde in den letzten vier Jahren unter Wert geschlagen. Dieses Team hat (spielerisches) Potenzial und ist nicht nur im Schlechten sondern an gelungenen Tagen auch im Guten zu allem fähig. Vor rund einem Jahr erreichte die Schweiz in einem Testspiel in Genf gegen die Bulgaren bloss ein Remis (1:1).

Wales und Montenegro: Die Aussenseiter

Die Aussenseiter der Gruppe sind Wales und Montenegro. Gerade auswärts ist diesen Mannschaften jedoch nur schwer beizukommen. Die Waliser mit einigen England-Professionals im Kader spielen im grossen, 76000 Zuschauer fassenden Millennium-Stadium in Cardiff.

Die Montenegriner nehmen erst zum zweiten Mal an einer Qualifikation teil. Bei der Premiere hielten sie sich in einer Gruppe mit Weltmeister Italien, Irland und Bulgarien achtbar. In zehn Partien verlor Montenegro bloss dreimal. Die junge Mannschaft um den Fiorentina-Mittelfeldspieler Jovetic und dem Roma-Stürmer Vucinic hat gewiss noch Steigerungspotenzial. Verbandspräsident Montenegros ist der frühere Milan- und Jugoslawien-Regisseur Dejan Savicevic. (rsn/Si)

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