Roger

Ein Jahr lang auf Roger gewartet

Was eigentlich im letzten Jahr hätte passieren sollen, geschieht heute Abend: Am Fusse des Spalenbergs nimmt Roger Federer die Auszeichnung des Sperber-Kollegiums entgegen.

Loris Vernarelli

Und jetzt auch noch «Ehrespalebärglemer». Nach den vielen Preisen und Auszeichnungen rund um den Globus wird Roger Federer heute auch in seiner Region geehrt. Um 18.15 Uhr wird unter den Arkaden des Hotel Basel eine Ehrentafel für die Tennis-Weltnummer 1 enthüllt.

Im Anschluss findet im Basler Keller die eigentliche Ehrung statt: Der Preisträger erhält das Ehrespalebärglemer-Schild aus den Händen des Obersperbers Peter Blome. Dieser zweite Teil des Anlasses ist den Mitgliedern des Sperber-Kollegiums, das den Ehrespalebärglemer seit 1976 verleiht, vorbehalten. Laut Vizeobersperber Bruno Krieg haben sich 90 Personen angemeldet.

Mit dem Titel können sich Persönlichkeiten wie Fred Spillmann, César Keiser, Arthur Cohn sowie Jacques Herzog und Pierre de Meuron schmücken - Prominente, welche die Stadt Basel über deren Grenzen hinaus in positivem Sinn bekannt gemacht haben. Zu diesem erlauchten Kreis hätte Federer bereits seit einem Jahr gezählt, denn offiziell ist er Ehrespalebärglemer 2008. Sein voller Terminkalender machte ein Erscheinen am Spalenberg zum Festakt bisher unmöglich. Heute Abend soll es nun klappen.

Vorgesehen ist, dass der sechsfache Wimbledonsieger nicht nur schnell vorbeischaut, in die Kameras lächelt und wieder verschwindet. «Roger Federer hat für den ganzen Abend, also bis etwa 22 Uhr, zugesagt», sagt Krieg. Die Laudatio wird Oscargewinner und Ehrespalebärglemer 1996, Arthur Cohn, halten.

Für das normale Fussvolk dürfte die Enthüllung der Ehrentafel vor dem Hotel Basel weitaus interessanter sein, denn nur dann wird es Federer zu Gesicht bekommen. Bis auf vier Metern wird man sich dem Tennis-As nähern können - ein Gitter soll für einen Sicherheitsabstand zwischen Federer und Zuschauern sorgen. Wie viele Baslerinnen und Basler aufkreuzen werden, ist schwer abzuschätzen. Wahrscheinlich mehr als geplant: Um einen grösseren Auflauf zu vermeiden, hatte das Kollegium bis heute Abend eine Nachrichtensperre verhängt, die jedoch nicht eingehalten wurde.

Polizei erwartet keine Probleme

Auch bei einem hohen Publikumsandrang erwartet die Polizei keine Probleme. «Grosse Menschenansammlungen an einem bestimmten Ort gibt es in Basel häufig, denken wir nur an den Morgestraich», erklärt Martin Schütz, Mediensprecher des Justiz- und Sicherheitsdepartements. Die Polizei sei in die Vorbereitungen der Veranstaltung einbezogen worden. Vor dem Hotel Basel werde aber eine private Sicherheitsfirma für Ordnung sorgen, da es sich um einen privaten Anlass handle, sagt Schütz.

Nachdem 2008 niemand die gravierte Platte erhalten hat, werden heuer gleich deren zwei vergeben. Neben Roger Federer erhält Sam Keller, Direktor der Fondation Beyeler, am 11. September die Auszeichnung.

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