Michael Schumacher
Die Ärzte sind besorgt: «Schumacher weiter in Lebensgefahr»

Formel-1-Legende Michael Schumacher kämpft nach einem schweren Ski-Unfall mit einem Schädel-Hirn-Trauma um sein Leben. Besonders die «diffusen Gehirnverletzungen» bereiten den Ärzten Sorge. Schumi wird weiterhin im künstlichen Koma belassen.

Andreas Ruf
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Schumacher im März 2012 während des Grand Prix in Melbourne.jpg

Schumacher im März 2012 während des Grand Prix in Melbourne.jpg

Die Ärzte, die Michael Schumacher (44) in Grenoble behandeln, können keine Entwarnung geben: Schumis Zustand sei weiterhin „äusserst ernst". Schumacher wird vorläufig in einem künstlichen Koma gehalten, damit die Sauerstoffversorgung des Gehirns durch äussere Reize nicht gefährdet werde. Prognosen wollen die Mediziner in ihrer kurzen Pressekonferenz aber keine abgeben.

Zustand kritisch

Betont wurde hingegen mehrmals der Ernst von Schumachers Zustand. Schumi habe sich bei seiner Ankunft in Grenoble in einem „fahrigen" Zustand befunden und auf Fragen nicht geantwortet.

Anlass zur Sorge geben weitere Verletzungen, die die Experten beim Verunfallten festgestellt haben. Neben dem

Die Pressekonferenz über den Gesundheitszustand von Michael Schumacher

Die Pressekonferenz über den Gesundheitszustand von Michael Schumacher

(Screenshot N-TV)

Klar ist: Ohne Helm hätte Schumacher den Unfall nicht überlebt. Das sagte der Chef-Anästhesist Jean François Payen.

"Wir sprechen noch nicht über Spätschäden, sondern konzentrieren uns allein auf die akute Behandlung und denken von Stunde zu Stunde. Wir versuchen, Zeit zu gewinnen." Schumachers grundsätzlich gute körperliche Verfassung könne beim Kampf ums Überleben von Vorteil sein.

Die Ärzte sprachen in Bezug auf den Unfall in den französischen Alpen von einem "mächtigen Aufprall" mit "hoher Geschwindigkeit". Dass trotz des Helmes sehr schwere Kopfverletzungen festgestellt worden seien, spreche für ein enormes Tempo, mit dem der ehemalige Rennfahrer unterwegs gewesen ist. Schumacher sei "auf die rechte Seite gestürzt". Aus Rücksicht auf Schumachers Familie, die in Grenoble vor Ort ist, würden keinerlei anatomische Details veröffentlicht.

Schumacher war nach offiziellen Angaben am Sonntag um 11.53 Uhr zunächst per Hubschrauber ins Krankenhaus nach Albertville-Moutiers geflogen worden. Weil sich seine Verletzungen als lebensbedrohlich erwiesen, wurde er von dort um 12.45 Uhr in die Klinik nach Grenoble verlegt.

Informationen über die Umstände des Unfalls werden allmählich konkreter. Nach Angaben von Olivier Simonin, Geschäftsführer des Ski-Gebietes Meribel Alpina, ist Michael Schumacher mit seinem Sohn (14) etwa 20 Meter abseits der markierten Pisten unterwegs gewesen. Der Unfall habe sich auf ungefähr 2100 m Höhe zwischen den Pisten "Biche" (blau/niedriger Schwierigkeitsgrad) und Mauduit (rot/mittlerer Schwierigkeitsgrad) ereignet. (ARU/SDA)

Das war die Pressekonferenz im Live-Ticker:

Weitere Angaben machen die Spezialisten nicht. Ob Schumacher überleben oder bleibende Schäden davontragen wird, bleibt nach der Konferenz weiterhin unklar. Sicher ist nur: Schumis Zustand ist sehr kritisch.

"Wir werden keine Prognosen machen", betonen die Ärzte. Es sei viel zu früh dafür.

Neben den Blutuungen im Gehirn weise Schumacher auch weitere, "diffuse Verletzungen im Gehirn" auf.

Schumacher sei fahrig gewesen, als er im Spital angekommen sei. Er habe nicht auf Fragen reagiert.

Gérard Saillant, der Arzt von Schumacher, erklärt, er sei als Freund der Familie hier. Aber auch er zeigt sich besorgt über den Zustand seines Patienten.
"Wir kontrollieren seine Köpertemperatur, er wird immer noch mit Anästhetika behandelt, wir halten Schumacher in einem Koma, damit alle externen Reize minimiert werden und die Sauerstoffversorgung des Gehirns gewährleistet werden kann", so Payen.

Die Ärzte sagen, dass Schumi den Unfall ohne Helm wohl nicht überlebt hätte. Der Unfall habe sich offensichtlich mit hoher Geschwindigkeit zugetragen.
Über die Schumis Zukunft können die Spezialisten noch nichts sagen.

"Wir gehen davon aus, dass er in der Wiederbelebungsphase ist", so der Arzt.

"Seine Situation ist kritisch", bestätigt der Anästhesist Jean Francois Payen.

Schumacher liegt in einem künstlichen Koma. "Wir wollen jetzt verhindern, dass sich im Gehirn der Druck weiter aufbaut", sagen die behandelnden Ärzte.

Schumacher habe ein Schweres Schädel-Hirn-Trauma. Als Schumi in Grenoble ankam, stellten die Ärze fest, dass er im Koma lag. Marc Penaud

Es geht los

Michael Schumacher liegt nach seinem Skiunfall mit schweren Kopfverletzungen im Spital. Letzte Nacht wurde Schumacher einer zweiten Operation unterzogen. Laut "RTL" soll Michael Schumacher in ein 48-stündiges Koma versetzt worden sein. Um 11 Uhr informiert das Spital in Grenoble an einer Pressekonferenz über den Zustand Schumachers.
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