Blerim Dzemaili
Blerim Dzemaili liebäugelt mit einem Transfer

Nach drei Saisons in der obersten Spielklasse verabschiedet sich Torino nach einer 2:3-Niederlage bei der AS Roma in die Serie B. Den Gang in die Zweitklassigkeit will Blerim Dzemaili nicht mitmachen.

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Blerim Dzemaili

Blerim Dzemaili

Keystone

Lukas Plaschy

Das Wunder blieb aus: Blerim Dzemailis Torino verlor auswärts gegen die AS Roma mit 2:3. Da das ebenfalls abstiegsgefährdete Bologna seine Partie gegen Catania gewann, steigt der siebenfache italienische Meister zusammen mit Reggina und Lecce in die Serie B ab. Für die Turiner endet damit eine turbulente Saison mit drei verschiedenen Trainern und einer lausigen Auswärtsbilanz (nur ein Sieg) wieder einmal in Chaos und Elend. Auch bei Dzemaili, der das entscheidende Spiel gegen Rom wegen einer Gelbsperre zuhause vor dem Fernsehgerät verfolgt hatte, sitzt der Frust tief: «Ich bin natürlich grausam enttäuscht, auch wenn wir nach den letzten Wochen wussten, dass es schwierig wird.»

Dabei hatte Präsident Urbano Cairo, einst Angestellter im Medienimperium von Silvio Berlusconi und nun selber Unternehmer, Torino im Sommer 2005 vor dem finanziellen Kollaps gerettet. Mit seinen Investitionen wollte der ambitionierte Verleger an die glorreichen Zeiten der 1940er- Jahre anknüpfen. Damals gewann «Il Grande Torino» insgesamt fünf italienische Meisterschaften, ehe die gesamte Mannschaft 1949 bei einem tragischen Flugzeugabsturz verunglückte. Nun sind vom einstigen Grossklub nur noch die nostalgischen Erinnerungen üb-rig geblieben. Dabei ist der «Toro» in Turin selber trotz anhaltender Erfolglosigkeit immer noch populärer als Rekordmeis-ter Juventus.

Zum vierten Mal innerhalb von vierzehn Jahren muss Torino den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Dabei hatten die «Granata» vor der Saison noch grosse Ambitionen gehegt. «Von der Qualität her gehören wir zu den besten zehn Mannschaften Italiens», ist auch Dzemaili überzeugt. Das Kader schien zumindest auf dem Papier höheren Ansprüchen zu genügen. Die Verpflichtung Dzemailis sollte dem Team mehr defensive Stabilität verleihen. Der Schweizer Internationale zeigte als Aggressivleader im Mittelfeld eine starke Saison und bestritt insgesamt 30 Partien. Mitte April nahm Torino die Kaufoption über 2 Millionen Euro wahr und übernahm den 23-jährigen Mittelfeldrenner definitiv bis 2012 von den Bolton Wanderers.

Ob Dzemaili nach dem Abstieg in Turin bleiben wird, ist allerdings mehr als fraglich. Dzemaili brennt darauf, sich seinen Stammplatz in der Schweizer Nationalmannschaft wieder zurückzuerkämpfen. «Das geht natürlich nur, wenn ich in einem grossen Klub und in einer europäischen Topliga spiele.»

Napoli oder Lazio?

Konkrete Angebote anderer Vereine habe er bis zum jetzigen Zeitpunkt aber noch keine erhalten. Es gelte jetzt die Situation erst einmal in Ruhe zu analysieren. Präferenzen, was seinen zukünftigen Klub angeht, hat der ehemalige Captain des FC Zürich allerdings schon. «Ich würde gerne in Italien bleiben.» Ein Wechsel zu einem Grossklub sei aber noch definitiv zu früh. Bisher haben Lazio Rom und Napoli ihr Interesse an Dzemaili signalisiert.

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