Eishockey-WM 2017

Weder Fisch noch Vogel: Die Schweiz hat noch Chancen auf den Viertelfinal

Thomas Rüfenacht.

Thomas Rüfenacht.

Die Schweizer haben noch intakte Chancen auf die Viertelfinal-Qualifikation, müssten aber eigentlich schon nach den ersten vier WM-Spielen durch sein – eine Zwischenbilanz.

Nach dem 3:0-Sieg gegen Weissrussland wurde der Schweizer Nationaltrainer Patrick Fischer gefragt, ob er für neun Punkte aus den ersten vier WM-Spielen vor dem Turnier unterschrieben hätte? «Ich glaube, es ist ein guter Turnierstart für uns, auch wenn wir noch den einen oder anderen Punkt mehr hätten holen können», gab Fischer eine diplomatische Antwort.

Im Wissen, dass seine Mannschaft aufgrund der Leistungen eigentlich die volle Punktzahl auf dem Konto und sich somit bereits fix für die Viertelfinals qualifiziert haben müsste. Es ist also eine Bilanz irgendwo zwischen Fisch(er) und Vogel. 

Highlights der Partie Schweiz - Weissrussland:

Highlights Eishockey-WM 2017 Schweiz - Weissrussland

Verteidiger Philippe Furrer machte aus seiner Verärgerung kein Geheimnis: «Wir haben in den ersten vier Spielen drei Punkte verschenkt.» Und hatte damit angesichts der Tatsache, dass die Schweizer eigentlich alle vier Gegner im Griff hatten und sowohl gegen Slowenien als auch Frankreich noch kurz vor Schluss in Führung lagen, recht.

Aber da war auch die Feststellung von Patrick Fischer, der festhielt: «Mir gefällt die Art und Weise, wie wir spielen. Wir waren in allen vier Spielen die bessere Mannschaft.»

Neun Punkte reichen wohl nicht

Die neun Punkte, die die Schweizer jetzt auf dem Konto haben, dürften noch nicht für ein Weiterkommen reichen. Besonders die Franzosen (5 Punkte) dürfen noch gegen Aufsteiger Slowenien und auch gegen die gegen die Schweiz inferioren Weissrussen (Fischer: «Wir wurden von ihnen nicht aus der Reserve gelockt») antreten. Man muss damit rechnen, dass die «Equipe Tricolore» aus diesen beiden Partien das Punktemaximum mitnimmt, was wiederum die Fischer-Boys unter Zugzwang setzen würde.

Die Schweizer müssen nach ihren zwei spielfreien Tagen am Samstag (20.15 Uhr) gegen die (vermutlich zu starken) Kanadier antreten. Am Sonntag kommt es zum ersten Schlüsselspiel gegen die bisher alles andere als überzeugenden Finnen, die ihrerseits nach dem groben Fehltritt gegen die Franzosen (1:5) bereits stark unter Druck stehen.

Am Dienstag duellieren sich die Schweizer dann im letzten Vorrundenspiel mit den Tschechen, die bisher ebenfalls noch nicht über alle Zweifel erhaben waren. «Uns bleiben drei Spiele. Ausser Kanada ist jeder Gegner schlagbar», gibt sich Patrick Fischer optimistisch, dass für seine Mannschaft auch gegen die sogenannten «Grossen» noch etwas drinliegt.

Muss einstecken: Cody Almond wird an die Bande gecheckt.

Muss einstecken: Cody Almond wird an die Bande gecheckt.

Für den Schweizer Nationalcoach ist klar, dass sich die Spielweise des Teams auch unter anderen Voraussetzungen nicht ändern wird. Er sagt: «Wir müssen defensiv fehlerfrei agieren und brauchen gute Goalie-Leistungen.» Apropos Goalies: Etwas überraschend war die Tatsache, dass Leonardo Genoni nur 17 Stunden nach seinem Einsatz gegen Frankreich auch gegen die Weissrussen zwischen den Pfosten stand.

Ein klares Signal von Fischer, dass der Berner Meistergoalie seine erste Wahl ist. Genoni, der bei der Niederlage gegen die Franzosen unglücklich aussah, dankte das Vertrauen des Trainers mit seinem zweiten Shut-out des Turniers. Auch wenn er selber zugeben musste, dass er von Weissrussen «nicht wirklich geprüft» worden war. Er hatte lediglich 14 Schüsse des Gegners abzuwehren. 

Der 3:0-Sieg gegen Weissrussland in Bildern:

An der personellen Front zeichnen sich im Hinblick auf das Wochenende ein paar Wechsel ab. Die bisher nicht gemeldeten Reto Suri und Dominik Schlumpf dürften gemäss Fischer zum Einsatz kommen. Verteidiger Raphael Diaz kassierte gegen die Weissrussen einen harten Check und verletzte sich dabei möglicherweise. Obwohl er bisher nicht wirklich überzeugte, wäre ein Verlust des Captains keine gute Nachricht vor dem Schweizer Endspurt Richtung Viertelfinals.

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