Ein Kopfball. Ein Absatztrick. Und schon sieht die Welt des FC Basel ganz anders aus. 2:3 statt 2:1. Den Sieg in den Schlussminuten hergeschenkt. Und damit auch eine herausragende Ausgangslage für das Rückspiel in der zweiten Qualifikationsrunde für die Champions League vom nächsten Dienstag. Es ist eine Wende, die so nicht hätte sein dürfen.

Bis zur 88. Minute führt der FC Basel sensationell gegen den grossen Favoriten PSV Eindhoven mit 2:1. Nicht unbedingt verdient. Aber dank einer gnadenlosen Effizienz und Glück in einem Spiel unter schwierigen Bedingungen. Beim Anpfiff beträgt die Temperatur 34 Grad, das Stadion ist randvoll mit Heimfans, FCB-Anhänger sind nur wenige da.

Gleich zu Beginn macht Eindhoven klar, wer diese Partie bestimmen wird. Schon in der dritten Minute kommen die Holländer ein erstes Mal vor das Basler Tor. PSV zieht ein Pressing auf, spielt den FCB insbesondere in der Anfangsphase schwindlig. Die PSV-Offensive um Bruma, Steven Bergwijn, Hirving Lozano und Donyell Malen zaubert und wirbelt.

Erste Chance, erstes Tor

Nur 14 Minuten geht das aus Basler Sicht gut, dann fällt das 0:1. Erst verliert Omar Alderete bei einem Prellball das Spielgerät, dann kriegt Eray Cömert Lozano nicht in den Griff, der Ball landet bei Malen und der über das ganze Spiel starke Jonas Omlin kann nur unzureichend ablenken. Bruma versenkt den Abpraller. Die Angst geht um, dass der FCB aus dem Stadion geschossen wird. Denn die erste Halbzeit ist beim FCB geprägt von fehlerhaftem Spiel, einem, bei dem man die Räume in der engmaschigen PSV-Defensive nicht findet und keine Nadelstiche setzen kann.

So ist Albian Ajeti 44 Minuten ungesehen – um dann mit dem ersten Torschuss der Basler den Ausgleich zu erzielen. Wie in Sion schliesst er cool in die weite Ecke ab. Noch besser gespielt ist in dieser Szene nur Luca Zuffis Ball über 40 Meter in den Fuss Ajetis. Der einzige Lichtblick im ersten Durchgang in der Lichterstadt Eindhoven.

Immerhin nimmt der FCB zwei Auswärtstore mit

Die zweite Halbzeit gestaltet sich ähnlich. PSV drückt, der FCB – erneut im 4-1-4-1 agierend und nur mit zwei Wechseln gegenüber dem Sion-Spiel – versucht die Offensiv-Power in den Griff zu kriegen. Wissend, dass ein 1:1 eine gute Ausgangslage ist. Unwissend, dass diese in der 79. Minute noch besser wird – und am Ende zerstört wird. Zehn Minuten vor Schluss erhöht Alderete nach dem ersten Basler Eckball des Spiels per Kopf auf 2:1. So effizient war der FCB lange nicht mehr.

Das Glücksgefühl verflüchtigt sich aber schnell. Weil sich der FCB verzockt. In der 89. Minute trifft der von Silvan Widmer alleine gelassene Sam Lammers per Kopf zum 2:2. Vier Minuten später krönt Malen seine starke Leistung mit einem Hakentor zum 3:2.

Der FCB schenkt alles her, weil in der Defensive gegen Ende Verwirrung herrscht. Denn: Auch Koller verzockt sich, wechselt in den Schlussminuten Eder Balanta aus und bringt Afimico Pululu. Ein unverständlicher Offensiv-Wechsel in einer Sturm-Phase des Gastgebers. Trotzdem steht der FCB nicht ganz mit leeren Händen da. Mit den zwei Auswärtstoren nimmt der FCB etwas, das äusserst wertvoll sein könnte, mit. Im Rückspiel zu Hause würde ein 1:0 reichen.