Champions League
Unentschieden im Hinspiel: YB und Roter Stern Belgrad trennen sich 2:2

Im Hinspiel des Champions-League-Playoff treffen die Young Boys zu Hause auf den serbischen Vertreter Roter Stern Belgrad. Nach Aufholjagd mit Penaltytreffer durch Guillaume Hoarau resultiert ein 2:2.

Text (SDA), Ticker (Alessandro Crippa)
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Champions League, Young Boys - Roter Stern Belgrad (21.08.2019)
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Noch ist YB nicht gefallen: Mateo Garcia Ezequiel (l.) geht im Zweikampf mit Ulisses Garcia ans Limit.
Guillaume Hoarau (l.) lässt dem serbischen Torhüter keine Chance und verwandelt den Elfmeter souverän.
Der Jubel ist gross: Guillaume Hoarau, Christopher Martins und Christian Fassnacht (v.l.n.r.) freuen sich über den Ausgleich.
Er galt einst als grosses Talent, spielte gar für Chelsea: Marko Marin (l.) zaubert sich gegen Cedric Zesiger frei.
YB Torhüter David Von Ballmoos (m.) muss den zweiten Treffer hinnehmen. Auch Lotomba (r.) hat nur das Nachsehen.
Da freut sich sogar der letzte Mann: Torhüter Milan Borjan jubelt nach dem 2:0 durch Roter Stern Belgrad kurz nach der Pause.
Mateo Garcia (l.) trifft zur Führung der Gäste. Ulisses Garcia (r.) kann den Serben nicht aufhalten.
Roger Assale (M.) im Laufduell gegen den Serben Radovan Pankov (l.).
So schnell wie der Führungstreffer kam, so schnell folgt auch das 1:1 - Milos Degenek trifft für Roter Stern Belgrad zum Ausgleich, die YB Spieler bleiben hier nur Statisten.
Das wichtige Auswärtstor ist gesichert, Milos Degenek (r.) jubelt nach dem Tor zum 1:1 mit Mitspieler Jose Canas.
Blitzstart für die Young Boys: Nach sieben Minuten trifft Roger Assale zum 1:0 für die Heimmannschaft.
Nach dem unerwartet frühen Treffer ist die Freude bei Roger Assale (l.) und Nicolas Moumi Ngamaleu gross.
Obligatorisches Gruppenfoto: Es werde ein Duell auf Augenhöhe, sagte YB-Trainer Gerardo Seoane.
YB erobert Europa - die Berner Fans und ihre Choreographie vor dem Anpfiff.
Sie sind bereit für das grosse Spiel: Die YB-Spieler wärmen sich vor der Partie gegen Roter Stern Belgrad auf.
Auch der Gast aus Serbien stimmt sich auf das Spiel ein, die Turbulenzen ausserhalb des Stadions lassen die Spieler kalt.
Im Cup konnte er die Young Boys gegen Etoile Carouge vor einer Blamage bewahren - doch gelingt Jean-Pierre Nsame auch gegen Roter Stern Belgrad ein Treffer?

Champions League, Young Boys - Roter Stern Belgrad (21.08.2019)

Keystone

Die Young Boys wurden im Hinspiel des Champions-League-Playoffs gegen Roter Stern Belgrad für einen guten Auftritt zu schlecht belohnt. Dennoch sind die Berner Hoffnungen auf die Königsklasse nach dem 2:2 in Bern weiterhin intakt.

Am Ende war es dann doch die Routine, die dem Geschehen im Stade de Suisse ihren Stempel aufdrückte. Die Routine der Gäste, die aus drei guten Chancen zwei Tore machten, und die Routine von Guillaume Hoarau, der die Berner Hoffnungen eine Viertelstunde vor Schluss und nur drei Minuten nach seiner Einwechslung durch den Penaltytreffer zum 2:2 zurückbrachte. Es war der verdiente Ausgleich des Heimteams, das bis zu Hoaraus Treffer mit dem Resultat denkbar schlecht bedient gewesen war.

Denn die Berner hatten die Partie eigentlich im Griff, wurden für ihre wenigen Fehler von den Gästen allerdings hart bestraft. Ein erstes Mal kalt geduscht wurde YB elf Minuten nach dem verdienten und frühen Führungstreffer durch Roger Assalé (7.). Sogleich mit der ersten Chance sorgten die Gäste für das 1:1. Ein Corner von Captain Marko Marin fand Verteidiger Milos Degenek, dessen Bogenkopfball hinter dem auf der Linie positionierten Jean-Pierre Nsame im Tor landete.

Gäste überzeugten mit Effizienz

Der Ausgleich wäre ebenso zu verhindern gewesen wie das 1:2 für die Gäste, das keine Minute nach dem Wiederanpfiff fiel. Ein Ballverlust im Aufbauspiel kam über Marin und den aufgerückten Aussenverteidiger Marko Gobeljic in den YB-Strafraum, wo alle bis auf Mateo Garcia den Ball verpassten. Der 22-jährige Argentinier, dessen Transfer zu Roter Stern erst vergangene Woche offizialisiert wurde, erzielte im ersten Pflichtspiel für seinen neuen Verein sogleich sein erstes Tor.

Die Gäste überzeugten in Bern mit Effizienz, die bessere Equipe war indes YB. Von Beginn weg war das Team von Gerardo Seoane bemüht, die Vorgaben des Trainers umzusetzen. Die Young Boys störten die Gäste konsequent und schalteten bei Ballbesitz schnell um, wobei Jean-Pierre Nsame in diesen Situationen als Relais-Station zu überzeugen wusste.

Der 26-jährige Angreifer, der als Ersatzmann von Hoarau in der Startformation stand, war stets anspielbar und wusste mit den auf ihn gespielten Bällen etwas anzufangen. So fand nach 7 Minuten ein langer Abschlag von David von Ballmoos via Kopf von Nsame in den Lauf des schnellen Assalé, der das 1:0 markierte.

Die jungen Wilden

Die "Jungen Wilden", wie Seoane sein Team im Vorfeld bezeichnet hatte, machten ihre Sache sehr gut, fanden ihren Meister allerdings zu oft in einem Routinier. Roter-Stern-Goalie Milan Borjan wusste seine fast 200 Zentimeter Körpergrösse in Bern stark in Szene zu setzen, nachdem er Roter Stern mit drei gehaltenen Penaltys in Kopenhagen überhaupt erst in die Champions-League-Playoffs gebracht hatte.

In der 26. Minute rettete der kanadische Nationalgoalie seine Farben mit zwei starken Paraden - zuerst gegen Lyon-Neuzuzug Christopher Martins Pereira, im zweiten Anlauf gegen Michel Aebischer. Fünf Minuten vor der Pause sah auch Nicolas Moumi Ngamaleu das vermeintliche Berner 2:1 von Borjan abgewehrt.

Mehr Erfahrung im Rückspiel hoffen lassen im Hinblick auf Belgrad wird die Berner auch die bevorstehende Rückkehr eines weiteren Routiniers. Nachdem Hoarau seinen Stellenwert für YB mit dem verwerteten Penalty unter Beweis gestellt hat, könnte Sulejmani, der es im Hinspiel aufgrund seiner Verletzung noch nicht ins 18-Mann-Kader von Seoane geschafft hat, im Rückspiel in Belgrad ebenfalls wieder zur Verfügung stehen. Es wäre für ihn ein ganz spezielles Spiel, Sulejmani ist bei Partizan - dem verfeindeten Stadtrivalen von Roter Stern - gross geworden.

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