Die 22-jährige Schweizerin aus Flawil spielte für Naomi Osaka zu gut - viel zu gut sogar! Im ersten Satz führte Belinda Bencic nach fünf Minuten und zehn Ballwechseln 2:0. Nach 20 Minuten stand es 5:1. Und im zweiten Satz wiederholte sich der Ablauf. Diesmal gelang Naomi Osaka lediglich ein Spielgewinn, jener zum 1:3. Nach etwas mehr als einer Stunde nützte Belinda Bencic gleich ihren ersten Matchball.

Bencic strahlte übers ganze Gesicht. Sie wusste, dass ihr ein "grossartiges Spiel" gelungen war. Bencic: "Mir war klar, dass ich gegen Naomi (Osaka) so gut spielen muss, wie ich nur kann. Und genau das gelang mir."

Drei Mal in ihrer immer noch jungen Karriere spielte Belinda Bencic gegen eine Nummer 1 der Welt. Zwei dieser drei Spiele gewann sie, wobei in den ersten beiden Duellen gegen eine Weltnummer 1 die Gegnerin beide Male Serena Williams hiess. Bencics elfter Sieg hintereinander (inklusive Fed Cup und dem Turnier in Dubai) lässt die Schweizerin träumen. Schon bei ihrem ersten ganz grossen Turniersieg vor vier Jahren in Toronto besiegte Bencic die Nummer 1 der Welt, damals war das Serena Williams.

Vor einem Jahr ging in Indian Wells der Stern von Naomi Osaka aus. Als Ungesetzte feierte sie in der kalifornischen Wüste ihren ersten Turniersieg. Nur gegen Simona Halep verlor Osaka im Lauf des letzten Jahres noch deutlicher als gegen Bencic (1:6, 0:6 auf Sand in Rom).

Bencic spielt im Moment selber fast wie eine Nummer 1. Seit Januar ist sie ungeschlagen. In Dubai und Indian Wells besiegte sie innerhalb von zweieinhalb Wochen mit Arina Sabalenka, Simona Halep, Jelina Switolina, Petra Kvitova und Osaka die Nummern 9, 2, 6, 4 und 1 der Welt. In den Viertelfinals könnte Bencic dieser Aufzählung die Nummer 5 der Welt hinzuführen. Die Tschechin Karolina Pliskova qualifizierte sich mit einem 7:6 (7:0), 4:6, 6:2-Sieg über die Estin Anett Kontaveit (WTA 21) für das Viertelfinalduell mit Bencic. Bencic und Pliskova standen sich noch nie gegenüber.