Australian Open
Murray nach Sieg: "Federer zeigt bei Grandslams immer sein bestes Tennis"

Roger Federer verliert gegen Andy Murray nach grandiosem Kampf. Federer konnte sich in Extremnis in den fünfte Satz retten, am Ende war Murray aber zu stark. Im Finale trifft der Schotte auf die Weltnummer eins Novak Djokovic.

Thomas Schlittler
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Genau vier Stunden dauerte es, bis Andy Murray erleichtert ans Netz laufen durfte um die Gratulationen von Roger Federer entgegenzunehmen. Zuvor musste der Schotte erkennen, dass der Schweizer auch mit seinen 31 Jahren noch immer den Kampfgeist eines 20-Jährigen besitzt. Federer hatte heute nicht seinen besten Tag und verlor das Match mit 4:6, 7:6 (7;5), 3:6, 7:6 (7:2), 2:6.

Dass es die Weltnummer zwei aber überhaupt einen Entscheidungssatz erzwingen konnte, dafür gebührt ihm Respekt. Denn Federer hatte das Match eigentlich schon im vierten Satz verloren. Murray konnte zum Sieg aufschlagen, musste dann aber ins Tie-Break, wo er den Kürzeren zog. "Roger hat in beiden Tie-Breaks stark gespielt und die Linien getroffen", sagte Murray nach dem Match im Platzinterview. Er selbst hingegen sei etwas nervös geworden und habe in diesen Phasen jeweils nicht sein bestes Tennis zeigen können.

Angepeitscht von den 15000 Zuschauern in der Rod-Laver-Arena konnte Federer den Schwung des Tie-Breaks aber nicht in den Entscheidungssitz mitnehmen. Murray gelang gleich das Break. Danach spielte der 25-Jährige eine Klasse besser und brachte das Spiel souverän nach Hause.

"Dass ich Roger im letzten Jahr an den Olympischen Spielen in einem grossen Match besiegen konnte, hat mir sicher geholfen", so Murray. Schliesslich habe er den Schweizer vorher nie an einem Grandslam-Turnier besiegen können. "Und Roger ist bekannt dafür, dass er an Grandslam-Turnieren jeweils sein bestes Tennis zeigt." Am Ende hatte Murray 26 Punkte mehr auf dem Konto. Er ist somit der verdiente Finalgegner von Novak Djokovic.

Das Finale zwischen den Nummern eins und drei der Welt findet am Sonntag statt. "Ich muss bereit sein für die Schmerzen, die mich dann erwarten", so Murray. Es werde wie immer ein sehr physisches Match werden gegen Djokovic. Im direkten Vergleich mit dem Australian-Open-Titelverteidiger liegt Murray mit 7:10 Siegen zurück. "Ich hoffe aber, dass es mir helfen wird, dass ich im letzten Jahr meinen ersten Grandslam-Titel gewinnen konnte", so der Schotte.

Von Djokovics Machtdemonstration im Halbfinale gegen David Ferrer habe er nicht viel gesehen. "Aber gehört", ergänzt Murray. Djokovic liess seinem Gegner gestern nicht den Hauch einer Chance und gewann mit 6:2, 6:2 und 6:1. Der 25-jährige Serbe peilt in Melbourne seinen dritten Titel in Folge an.