Super League
Walliser Entfesselungskünstler siegen bei GC mit 1:0: Der Druck auf die Hoppers steigt – Lausannes Abstieg ist fix

Sion landet einen wichtigen Sieg im Kampf gegen den Barrageplatz, dafür steht nun GC unter Druck.

Raphael Gutzwiller, Zürich
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Freuen sich über den Sieg: Die Spieler des FC Sion.

Freuen sich über den Sieg: Die Spieler des FC Sion.

Bild: Michael Buholzer / Keystone

Allein die Tatsache, dass Paolo Tramezzani den Weg auf das Podium im Medienraum des Stadion Letzigrunds gefunden hat, zeigt: Die Welt des FC Sion ist wieder in Ordnung. Nach dem 1:5 gegen den FC Zürich vor zwei Wochen hatte er die Pressekonferenz noch geschwänzt, diesmal ist er erschienen und bilanziert mit ernstem Gesichtsausdruck den Auftritt seiner Mannschaft. Ihm ist die Freude kaum anzumerken, doch bereits seine Anwesenheit zeigt, dass vieles besser ist als noch vor zwei Wochen. Sein Team hat soeben mit 1:0 bei den Grasshoppers gewonnen. Es ist ein wichtiger Erfolg für die Sittener, die sich damit im Barragekampf fast verabschieden.

Glücklicher als auch schon: Sion-Trainer Paolo Tramezzani.

Glücklicher als auch schon: Sion-Trainer Paolo Tramezzani.

Bild: Marc Schumacher / freshfocus

Das hätte eigentlich auch der Kontrahent aus Zürich gewollt. GC-Captain Amir Abrashi sagt: «Wir wussten: Gewinnen wir gegen Sion, dann sind wir gerettet. Und auch ein Punkt wäre schon gut gewesen. Nun sind wir leider immer noch mitten im Kampf.»

Was Abrashi zu jenem Zeitpunkt noch nicht wusste: Der FC Luzern siegte gegen Servette gleich mit 4:0 und ist den Hoppers damit bis auf drei Punkte herangerückt. Weil GC mit den Auswärtspartien in Basel und Bern, sowie einem Heimspiel gegen St. Gallen ein happiges Restprogramm hat, droht dem Rekordmeister die Barrage nun akut. «Wir müssen nicht zu sehr auf Luzern schauen. Wir haben selber auch noch drei Spiele, um die nötigen Punkte zum Ligaerhalt zu holen», sagt Abrashi.

Grasshoppers Amir Abrashi (links) landet unsanft gegen Sions Kevin Bua.

Grasshoppers Amir Abrashi (links) landet unsanft gegen Sions Kevin Bua.

Bild: Michael Buholzer / KEYSTONE

Bis zur Pause kontrollieren die Hoppers das Spiel

In diesem Direktduell mit Sion war GC eigentlich lange Zeit das bessere Team. Zwar fehlte es häufig am letzten Pass, dennoch hatten die Zürcher bis zur Pause mehr vom Spiel und waren der Führung näher. Es schien trotz fehlenden Torchancen 45 Minuten lang so, dass die Hoppers, die zuletzt fünf Partien nicht verloren hatten, gegen das krisengebeutelte und nervös wirkende Sion die Partie im Griff hatte. Doch nach dem Pausentee war die Kontrolle plötzlich weg: «Wir sind in der zweiten Hälfte nicht mehr wirklich ins Spiel gekommen», sagt GC-Trainer Giorgio Contini. «Wir waren zu unpräzise, es gab viele Abspielfehler und wir haben so Sion aufgebaut.»

GC-Trainer Giorgio Contini: «Wir waren zu unpräzise, es gab viele Abspielfehler und wir haben so Sion aufgebaut.»

GC-Trainer Giorgio Contini: «Wir waren zu unpräzise, es gab viele Abspielfehler und wir haben so Sion aufgebaut.»

Bild: Michael Buholzer / KEYSTONE

Nach und nach kamen die Walliser besser in die Partie und dem Führungstor immer näher. Schliesslich gelingt es Filip Stojilkovic in der 70. Minute. Einen Schuss von Baltazar kann Ayumu Seko zunächst blockieren, doch der Ball kommt zu Stojilkovic, der sich nicht zweimal bitten lässt. Auf der Medientribüne springen die Walliser Bosse Gelson Fernandes und Christian Constantin auf und bejubeln den wichtigen Treffer für den FC Sion. Nach Abpfiff liegen sie sich in den Armen.

Bei GC wird die Nervosität höher

Die Erleichterung ist auch Sions Routinier Luca Zuffi anzumerken, er sagt: «Wir wussten, dass wir es in den Spielen gegen GC und Luzern entscheiden können. Den ersten Schritt haben wir nun gemacht, jetzt wollen wir gegen Luzern nachlegen.» Im Heimspiel gegen die Innerschweizer können die Walliser wohl auf grosse Unterstützung hoffen. Constantin schenkt den Fans 7000 Gratis-Tickets.

Siegtoschütze Filip Stojilkovic (rechts) jubelt mit Mitspieler Dimitri Cavaré.

Siegtoschütze Filip Stojilkovic (rechts) jubelt mit Mitspieler Dimitri Cavaré.

Bild: Marc Schumacher / freshfocus

Während die Walliser nach diesem Sieg auf gutem Weg sind sich zu retten, wird die Nervosität bei den Grasshoppers langsam höher. Aussenverteidiger Dominik Schmid will davon aber noch wenig wissen: «Wenn wir diese letzten drei Partien als Finals anschauen, nochmals alles geben und alles raushauen, dann bin ich sicher, dass es gut kommt für GC.» Auch Trainer Contini ist trotz kritischer Tabellenlage nicht nervös. «Ich mache mir keine Sorgen über die Art und Weise, wie wir in diesem Spiel gegen Sion aufgetreten sind. Die Mannschaft weiss, worum es geht.»

Lausannes Abstieg ist nun fix

Während die Konkurrenz sich gegen den Abstieg wehrt, hat Lausanne-Sport diesen Kampf verloren. Trotz dem torlosen Remis gegen Basel haben die Westschweizer keine Chance mehr auf den Ligaerhalt.

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