Super League
Irre Wendungen im Barragekampf mit Luzerner Pech – Sion rettet sich dank Fehler von Servette-Ersatzgoalie

Die Ausgangslage ändert sich im Kampf gegen die Barrage mehrfach. Schliesslich rettet sich Sion, Luzern ist Neunter.

Raphael Gutzwiller
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Luzerns Ardon Jashari enttäuscht nach dem Spiel.

Luzerns Ardon Jashari enttäuscht nach dem Spiel.

Martin Meienberger / Freshfocus

Luzern zeigt Moral. Wieder einmal. Nach 30 Minuten liegen die Innerschweizer mit 0:2 beim Meister Zürich zurück, der eine grosse Party feiert. Schon vor dem Spiel überzeugten die Zürcher Fans mit einer grossen Choreografie über das ganze Stadion, nach dem Spiel ist die Pokalübergabe und eine grosse Feier geplant.

Doch der FC Luzern ist ein Mentalitätsmonster. Zwar ist der Start in die Partie wie so oft in dieser Saison schlecht, gegen Zürich kassierte der FCL bereits das 19. Tor in der Startviertelstunde. Doch wie so oft in dieser Saison drehen die Luzerner danach auf. Ndiaye und Campo gleichen noch vor der Pause aus, Filip Ugrinic schiesst mit einem satten Schuss in der 55. Minute ein zum 3:2.

Die Luzerner zittern, mit dem Pech auf ihrer Seite

Zu jenem Zeitpunkt ist der FC Luzern direkt gerettet, der FC Sion müsste in die Barrage. Zwar gehen die Walliser durch ein Tor von Stojilkovic früh in Führung, liegen in der virtuellen Tabelle zwischenzeitlich sechs Punkte vor dem Konkurrenten aus Luzern. Doch Servette, das mit einer B-Elf angetreten ist, kehrt nach der Halbzeit die Partie und führt nach 68 Minuten und Toren von Antunes, Bedia und Cespedes plötzlich mit 3:1. Luzern derweil hat gegen den Meister inzwischen alles im Griff. Die Sache scheint gelaufen, der FCL rettet sich. Im Letzigrund feiern die mitgereisten Fans bereits. Dann beginnt für sie das grosse Zittern.

Die Spieler von Servette jubeln.

Die Spieler von Servette jubeln.

Cyril Zingaro / Keystone

Denn der FC Sion ist in dieser Saison sicher kein überzeugendes Team, aber ebenfalls eines, das dann positiv überrascht, wenn es muss. Im wichtigen Abstiegskampfduell vor zwei Wochen hatten die Walliser gegen GC gesiegt und sich so in eine bessere Ausgangslage als Luzern gebracht. Und auch diesmal lösen sich die Sittener aus der Drucksituation. Dabei überzeugen sie jedoch nicht mit spielerischem Glanz. Mehr ist es so, dass die beiden Torschützen Itaitinga und Karlen die Fehler Servettes eiskalt bestrafen können. Das Tourbillon wird nach dem 3:3 in der 85. Spielminute zum Tollhaus. Der letzte Spieltag ist einer voller Wendungen, Emotionen, Feierlichkeiten.

Fehler von Servette-Ersatzgoalie bringt Sion zurück

Einen faden Beigeschmack hat jene Aufholjagd des FC Sion deshalb, weil Servette in diesem Derby nicht sein bestes Team auf den Platz schickt. Viele Stars fehlen, darunter etwa Stefanovic, Imeri – und vor allem auch Torhüter Jérémy Frick. Sein 20-jähriger Stellvertreter Edin Omeragic sieht gleich bei allen drei Gegentoren Servettes schlecht aus.

Die Sion-Spieler feiern nach dem Spiel ihren Trainer Paolo Tramezzani.

Die Sion-Spieler feiern nach dem Spiel ihren Trainer Paolo Tramezzani.

Pascal Muller/Freshfocus

Doch damit beschäftigt sich Mario Frick, der Luzerner Trainer, nicht. Er will nicht von einer Wettbewerbsverzerrung sprechen. «Wir können Servette keinen Vorwurf machen. Sie haben das Spiel nochmals gekehrt, zwischenzeitlich 3:1 geführt», sagt Frick. «Uns war schon vor dem Spiel klar, dass es schwierig werden würde, noch vom neunten Platz wegzukommen. Für mich ist wichtig, dass wir wieder Moral gezeigt und das Spiel gekehrt haben.»

Die Walliser bleiben mit dem Punktgewinn definitiv in der Super League. Sion liegt in der Abschlusstabelle auf Rang sieben, einen Zähler vor Luzern und GC. Die Hoppers retten sich trotz einer 0:3-Niederlage bei YB wegen eines um acht Tore besseren Torverhältnisses als Luzern ebenfalls direkt.

Luzern-Trainer Mario Frick.

Luzern-Trainer Mario Frick.

Michael Buholzer / KEYSTONE

Die Innerschweizer gehen derweil nach der eigenen guten Leistung immerhin mit einem positiven Gefühl in die Barrage gegen den FC Schaffhausen, der sich am Samstag den zweiten Platz in der Challenge League gesichert hatte. «Die Auftritte zuletzt gegen YB und Zürich müssen uns eine breite Brust geben», sagt Frick. In der Rückrunde holten die Luzerner gemeinsam mit Basel am drittmeisten Punkte in der Liga. Dennoch reichte es für die Innerschweizer nicht zur direkten Ligaqualifikation. Nun geht es für die Innerschweizer gegen den FC Schaffhausen ums Überleben in der Liga.