Eishockey

Sponsoring von Peter Buser: Der Millionendeal des HC Davos platzt, weil die Musik fehlt

Der vermeintliche HCD-Investor Peter Buser will nicht auf seine geliebte Musik verzichten - auch nicht vor dem Eisstadion in den Bündner Bergen.

Der vermeintliche HCD-Investor Peter Buser will nicht auf seine geliebte Musik verzichten - auch nicht vor dem Eisstadion in den Bündner Bergen.

Der HC Davos befindet sich in der «Buser-Falle»: Der extravagante Millionär Peter Buser will seine Millionen zurück – ein «Aufstand der Erben» verhindert Einigung mit dem Hockeyclub.

Musik erfreut Herz und Seele. Beim HC Davos würde Musik auch in der Kasse klinge(l)n. Es geht um den Verkauf der Namensrechte des HCD-Tempels an die Stiftung von Dr. Peter Buser (84). Nicht nur der Namenszug der Stiftung sollte die nächsten sieben Jahre die Arena schmücken. Wichtig auch: vor dem Stadion sollte in einem Pavillon während des WEF hochklassig musiziert werden.

Für Peter Buser eine formidable Möglichkeit, wertvolle Kontakte zu knüpfen. Der Deal mit dem HCD ist ihm 11,8 Millionen wert. Die Anzahlung in der Höhe von 3,175 Millionen (2,95 Millionen plus Mehrwertsteuer) hat er am 18. November 2019 pünktlich geleistet. Im Prinzip das lukrativste Namensrechts-Geschäft in der Geschichte unseres Hockeys. Aber nun ist daraus einer der interessantesten Fälle in der Geschichte des Sportsponsorings in der Schweiz geworden.

Weil eine zentrale Leistung – die Errichtung des Musikpavillons – wegen behördlichen Anordnungen (Bauvorschriften) nicht erfüllt werden kann (wofür der HCD nicht verantwortlich ist), verlangt Peter Buser die bereits überwiesenen 3,175 Millionen zurück. Ohne Musik keine Kohle.

Kein Geld für Dino Wieser und den HC Davos von Peter Buser?

Kein Geld für Dino Wieser und den HC Davos von Peter Buser?

HCD-Präsident sucht eine gütliche Einigung

HCD-Präsident Gaudenz Domenig (63) bietet die Auflösung des Vertrages und damit den Verzicht auf die vertraglich abgemachten sechs ausstehenden 6 Raten bis 2026 in der Höhe von 1,475 Millionen an, will aber die bereits geleistete Anzahlung behalten. Peter Buser hat erst kategorisch erklärt, dass er seine Anzahlung zurückhaben will. Eine gütliche Einigung zwischen den zwei «Alphatieren» schien unmöglich.

Doch nun gibt es Zeichen von Tauwetter. Gaudenz Domenig bestätigt auf Anfrage: «Ja, ich habe mich mit Peter Buser getroffen.» Das ist schon mal ein riesiger Fortschritt. Denn bisher gab es seit Ausbruch des Millionen-Streites so wenig persönliche Unterredungen wie in der aktuellen Politik zwischen den Staatschefs von Nord- und Südkorea.

HCD-Präsident Gaudenz Domenig.

HCD-Präsident Gaudenz Domenig.

Gibt es also eine Lösung? Der HCD-Obmann sagt, ganz Anwalt und der Verschwiegenheit seines Berufsstandes verpflichtet: «Sie sollten wissen, dass Vergleichsverhandlungen nicht in der Öffentlichkeit geführt werden.»

Gesprächiger in der Sache ist hingegen Peter Buser. «Ja, wir sind in Zürich im Büro meines Anwaltes drei Stunden zusammengesessen.» Oha! Tauwetter! Wohl doch nicht. Peter Buser sagt nämlich: «Es hat eine Annäherung gegeben und eigentlich neigte ich dazu, einem Kompromiss zuzustimmen, auf meine Anzahlung zu verzichten und den Vertrag aufzulösen. Aber nun rebellieren meine Erben gegen eine solche Lösung. Sie wollen nicht, dass ich auf mehr als drei Millionen verzichte, ohne dass dafür die vertragliche Gegenleistung erbracht worden ist. Was ich sehr gut verstehe.»

Stehen die Erben einer Lösung im Weg?

Was nun? Gaudenz Domenigs Strategie sei es – gemäss Peter Buser – die erhaltene Anzahlung für den HCD zu retten und dafür gegen die Bezahlung einer weiteren Pauschale von 2,1 Millionen den Vertrag aufzulösen und auf den Rest des Geldes (auf gut 8 Millionen) zu verzichten. Der Kompromiss ist nun nach der Rebellion der Erben kaum mehr möglich. Peter Buser will sein Geld zurück und ist gewillt den Rechtsweg (wohl mittels Betreibung) zu beschreiten.

Der «Nonkonformist» lässt sich nicht beirren: «Ich bin finanziell unabhängig und kann es mir leisten, im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften zu tun und zu lassen, was ich will.» Eine juristische Auseinandersetzung könnte sich der HCD theoretisch durchaus leisten und sie könnte sich – wer weiss das schon? – vielleicht sogar lohnen. Immerhin erwachsen vorerst keine Anwaltskosten. Der international erfahrene Wirtschaftsanwalt Gaudenz Domenig dürfte als HCD-Vorsitzender in der Sache gratis nach dem in Anwaltskreisen gängigen Prinzip «Pro Bono» (= das Gute um des Guten willen tun) tätig sein.

Aber der HCD ist Rekordmeister und Organisator des Spengler Cups eines der führenden Unternehmen der hiesigen Unterhaltungs-Industrie. Medienpräsenz in dieser Sache ist eher noch unvorteilhafter als eine langanhaltende Niederlagenserie auf dem Eis.

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