Legalisierung

SP-Politikerin: «Pyros» abfackeln ist wie Heroin konsumieren

Eine Berner Politikerin schlägt sich auf die Seite der Fussballfans und fordert eine Entkriminalisierung für das Abbrennen bengalischer Fackeln.

Bengalische Fackeln gehören für manche zur Fussballfankultur wie Bier und Schal. Andere sehen in ihnen gefährliche Unheilsbringer; die Fackeln werden rund 2000 Grad heiss.

Seit das Bundesgericht 2007 das Abbrennen von Pyro als Gewalttätigkeit eingestuft hat, ist das Vorgehen der Gesetzeshüter radikal: Hohe Bussen, langjährige Stadionverbote, Strafanzeige, womöglich gefolgt von einer Kündigung.

«Pyros» abfackeln wie Heroin konsumieren?

Fakt ist: Die Fans lassen sich in keiner Weise von den Strafen beirren, sondern führen ihr Werk ganz so weiter, als könnte ihnen nichts geschehen. Auch Fakt ist, dass nur sehr selten etwas passiert - wenn, dann liegt es unter anderem am Umstand, dass sich die Zünder mitten in das Gedränge des Publikums mischen, um weniger gut identifiziert werden zu können.

Fan-Video zu Pyros und Choreografien in der Super League

«Sie können es mit der kontrollierten Heroinabgabe vergleichen», sagt Flavia Wasserfallen (Stadträtin SP/Bern) zu Blick.ch. «Man kann die Fans nicht vom Pyro-Abbrennen abhalten.»

Deshalb fordert die Stadtberner SP nun gesonderte Bereiche zum Abbrennen von bengalischen Fackeln. Wasserfallen: «Was mich auch aufregt: Wir haben alle Freude an Bildern von brennenden Pyros in den Stadien, weil sie die gute Stimmung zeigen. Die Verursacher der guten Stimmung aber werden kriminalisiert.» (mik)

Was meinen Sie - sind Pyros gefährlicher Unfug oder tolle Stimmungsmacher?

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