Mit grosser Wucht, voller Entschlossenheit und entsprechend humorlos erzielte Wilers neuer Ausländer Miro Lehtinen nach bislang drei Assists sein erstes Tor für den SVWE. Bezeichnend war es ein Schuss ins leere Tor, in der 59. Minute als Thun längst «all in» ging und versuchte den Punktgewinn, dem man überraschenderweise lange, ja sogar sehr lange, nahe war, doch noch zu realisieren. Dass es überhaupt so weit kommen konnte, lag an einem SVWE, der zwar überzeugend ins Spiel startete, aber zu verspielt agierte.

Insbesondere die erste Linie um Topskorer Matthias Hofbauer und eben diesen Miro Lehtinen kombinierte sich zwar bei jedem Einsatz in der Startphase zu einer Grosschance, doch von Wucht, Entschlossenheit oder Effizienz war da nicht viel zu sehen. Vielmehr suchte man selbst aus bester Position das Pässchen auf den vermeintlich noch besser positionierten Mitspieler. Es waren Einsätze für die Galerie und nicht die Resultattafel. Und so bedurfte es schon des Duos Känzig/Rentsch aus der zweiten Formation, das sich in den ersten 20 Minuten zweimal zu einem Treffer kombinierte und so die Match in die vermeintlich erwarteten Bahnen lenkte.

Spektaktel im Schlussdrittel

Doch die Oberländer hatten entschieden etwas gegen eine frühe Vorentscheidung, zumal ihnen das von den Gastgebern offerierte hoffnungsvolle 2:0 nach 20 Minuten alle Optionen offen liess. Und siehe da: Die Thuner zeigten dem Favoriten auf, wie man aus wenigen Chancen viel herausholen kann und entschieden das Mitteldrittel mit 3:1 für sich und agierten in dieser Phase offensiv sehr effizient und defensiv nach wie vor sehr solidarisch. So entwickelte sich nun ein spannendes Spiel, das für die über 500 Zuschauer sehr unterhaltsam war.

Vor allem das Schlussdrittel bot einiges. Wilers erste Formation besann sich nun auf das Wesentliche, nämlich das Toreschiessen und so gelangen Matthias Hofbauer gleich drei Tore, zweimal auf Vorlage des Finnen Lehtinen, der sein gutes Auge unter Beweis stellte. Da Thun auf die Doublette der SVWE-Legende aber selbst mit einem Doppelschlag reagierte, war erst das dritte Tor Hofbauers in der 54. Minute der «Gamewinner», der vierte Treffer des wirbligen Deny Känzig schliesslich die Entscheidung.

Fazit: Saisonstart mit zwei Siegen geglückt, Steigerungspotential noch reichlich vorhanden. Der Serienmeisters begibt sich nun auf einen «Roadtrip» mit drei Auswärtsspielen in Serie (WaSa, Chur und die Jets), ehe am 7. Oktober das nächste Heimspiel (Zug) ansteht.