NLA-Unihockey

Wiler-Ersigen Verteidiger Jan Ziehli hadert nach dem Spitzenkampf gegen GC: «Uns fehlten die besten Skorer»

Der Tabellenführer SV Wiler-Ersigen verliert gegen die Grasshoppers mit 3:6 und ermöglicht seinem ersten Verfolger den Anschluss. Vor allem in der Offensive blieb der Meister einiges schuldig. Die Absenzen der Skorer sind für Ziehli allerdings keine Entschuldigung – denn auch GC hat mit diesem Problem zu kämpfen.

In der Nationalliga A haben sich die grossen Favoriten Grasshoppers und Wiler-Ersigen bereits deutlich vom Rest des Feldes abgesetzt. Entsprechend gross war das Interesse am Spitzenkampf. Die mehr als 500 Zuschauer im Sportzentrum Zuchwil sorgten am Samstagabend für eine tolle Stimmung – waren aber am Ende etwas enttäuscht, weil ihre Mannschaft gegen die Herausforderer aus Zürich verdient mit 3:6 verloren hatte.

Dabei hätte der Kampf um den Leaderthron für den SV Wiler-Ersigen nicht besser beginnen können. Es brauchte nur wenige Pässe und einen sehr schönen Angriff, bis der zwölffache Schweizer Meister in Führung gehen konnte. Alles sah zunächst ganz geschmeidig aus. Mit raumgreifenden Zuspielen dominierte Wiler Ball und Gegner.

Und trotzdem sagte der Slowake Michal Dudovic, der das Spiel wegen eines angerissenen Kreuzbandes von den Zuschauerrängen aus beobachten musste, nach zehn Minuten: «Ich bin nicht unzufrieden, aber auch nicht richtig zufrieden». Gleich danach zappelte der Ball hinter Goalie Martin Menétrey zum 1:1 im Netz.

Nur ein Zwischenhoch des SV Wiler-Ersigen

Die Partie lebte vor allem von der Intensität und der Spannung, weniger von der spielerischen Klasse. Üblicherweise setzt sich in so einem Fall die Mannschaft mit dem grösseren Willen durch, und dies waren – wie bereits in der ersten Begegnung dieser Saison – die Grasshoppers. Die Zürcher machten aus weniger mehr.

«Noch drei Sekunden, noch drei», rief deren Bank in die Halle, als wegen eines Fouls kurz vor der zweiten Drittelspause die Zeit gestoppt wurde. Und tatsächlich: Luca Graf schob den Ball zu Christoph Meier, der zum 1:2 traf. Wiler hätte diesen Rückstand mit etwas mehr Konzentration und taktisch geschickterem Vorgehen verhindern müssen.

Das Spiel plätscherte weiter vor sich hin. Aber immerhin: Das 1:3 der Grasshoppers weckte das Heimteam Wiler-Ersigen noch einmal. Nur 90 Sekunden brauchte Wiler, um auf 3:3 auszugleichen. Der Spitzenkampf schien zu kippen. Aber es war nur ein Strohfeuer.

Der SVWE fiel zurück in einen gemütlicheren Trott und die Grasshoppers gingen wieder verdient in Führung. Nach dem 3:5 spielte Wiler ohne Goalie und Tatu Väänänen musste an der Mittellinie den Ball mit der Hand stoppen, damit dieser nicht ins leere Tor flog. Der darauffolgende Penalty brachte das 3:6.

Zu wenig Druck erzeugt in der Offensive

Mit dieser Niederlage muss der SV Wiler-Ersigen die Grasshoppers in der Tabelle aufschliessen lassen, bleibt aber dank dem besseren Torverhältnis Leader. Die vielen Absenzen (Pylsy, Savonen, Känzig, Dudovic und Moser) hätten sich ausgewirkt, meinte der am Ende zum wertvollsten Spieler ernannte Jan Ziehli.

«Wir haben offensiv zu wenig Druck erzeugt und dann sind wir auch immer wieder am starken Goalie Pascal Meier gescheitert», sagte Wilers Nummer 36. «Man merkt schon, dass uns die besten Skorer fehlten. Aber eine Entschuldigung darf das trotzdem nicht sein, denn auch die Grasshoppers haben mit Absenzen zu kämpfen.»

Bereits am Mittwoch bietet sich dem SV Wiler-Ersigen die Chance, eine Reaktion auf die erst zweite Saisonniederlage zu zeigen, steht doch in Kirchberg das Derby gegen die Tigers Langnau an (Spielbeginn 19.30 Uhr).

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