Swiss League

Wenn sich die Blockade festsetzt: Ein desolater EHC Olten verliert gegen Visp 2:5

Ein desolater EHC Olten verliert auch sein drittes Auswärtsspiel der Saison. Im ersten Spiel der Powermäuse in der neu erbauten Lonza-Arena gehen die Oltner gegen Visp 2:5 unter – wieder tun sie sich schwer beim Toreschiessen.

40 Minuten waren in der neuen Lonza-Arena in Visp absolviert, als sich die Swiss-League-Partie zwischen Visp und Olten doch noch ihre Ligazugehörigkeit abverdiente und das Duell an Intensität gewann.

Nach 32 Sekunden des Schlussabschnittes hatte Jewgeni Schirjajew den EHC Olten endlich auf das Skoreboard gebracht. Es bedeutete zugleich das Ende einer Durststrecke von 127 Minuten und 40 Sekunden. 127 Minuten Eishockey, in denen der EHC Olten kein einziges Tor zustande brachte. Zuletzt hatte Marco Truttmann beim 1:0-Minisieg gegen Zug getroffen.

Shorthander-Tor statt Powerplay-Maschinerie

Der 1:1-Ausgleich Schirjajews war als Weckruf zu deuten. So brachte dieser die längst überfälligen Emotionen ins Spiel der Oltner, dessen Auftritt zuvor an Lustlosigkeit kaum zu überbieten war.

Doch statt mit einer Prise Cleverness die Wende noch rechtzeitig einzuleiten, laufen die Oltner erst ins offene Messer (47.) und nehmen sich danach mit Strafen (50./52.) selber aus der Aufholjagd.

Als i-Tüpfelchen einer miserablen Leistung leistete sich der EHCO in der Schlussphase sogar noch ein Shorthander-Tor (55.). Ganz grundsätzlich war das Powerplay wiederum einer Profi-Eishockey-Mannschaft unwürdig. Auch gegen Visp blieben die Oltner in nicht weniger als 5 (!) Überzahlsituationen ohne Torerfolg.

Drückt man ein Auge zu, so entstand immerhin Fogstad Volds 2:4-Treffer (56.) aus einem Powerplay. Weil er aber mit der Ablauf der Strafe traf, wird es nicht als ein solches gewertet.

So oder so: Der EHCO muss nicht nur die 4. Niederlage im 7. Spiel schlucken, sondern hat sich auch ernsthaft mit der Powerplay-Bilanz von einem Tor aus 33 Versuchen auseinanderzusetzen. Die Blockade hat sich festgesetzt.

Besonders ärgerlich erscheint die Niederlage zudem, weil Visp (2. Sieg im 6. Spiel!), keineswegs unantastbar gewesen wäre. Doch der EHCO hatte viel mehr mit sich selbst zu kämpfen. Mit einem sauberen Spielaufbau, mit einem konsequenten Zweikampfverhalten. Mit der Chancenauswertung, ja überhaupt mit dem Erspielen von Möglichkeiten. Und so war die neuerliche 2:5-Niederlage nicht mehr als die logische Schlussfolgerung eines verkoksten Abends.

Schnelle Nunn-Genesung: Ersatz-Ausländer dürfte kein Thema mehr sein

Positives gibt es an diesem Null-Punkte-Tag dennoch zu vermelden: In die Krankenakte von Garry Nunn kommt Bewegung. So verspürt der EHCO-Ausländer seit einigen Tagen kaum mehr Schmerzen und könnte nach neusten Erkenntnissen der EHCO-Klubärzte womöglich schon bald das Eistraining wieder aufnehmen.

Nach der ersten Ausfall-Prognose von rund vier Wochen sollen Ernstkämpfe ab nächster Woche plötzlich wieder realistisch sein. Damit würde Nunn nur vier Spiele verpassen. Das ergibt demzufolge eine völlig neue Ausgangslage bezüglich Ersatzausländer. Sportchef Marc Grieder bestätigt auf Anfrage, dass man die Option eines Ersatzausländers prüfte.

Konkret soll eine Ausleihe eines National-League-Ausländers mittels B-Lizenz in Betracht gezogen worden sein. Im Umfeld des Klubs fiel der Name von Langnaus Ausländer Aaron Gagnon.

Eine Einigung kam jedoch nicht zustande. Vielmehr wird auf das Comeback von Nunn gesetzt. Ohnehin wäre eine Verpflichtung eines dritten Ausländers kaum mit dem derzeitigen Kostendruck zu vereinbaren gewesen. Man darf sich insbesondere diesbezüglich gerne in Erinnerung rufen, dass der EHC Olten heuer alleine beim Team eine halbe Million Franken einsparen musste.

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