Bob

Weltcupstart für Simon Friedli trotz Coronafall im Schweizer Team

Simon Friedli startet am Wochenende in den Weltcup, trotz Coronafall in der Schweizer Delegation.

Simon Friedli startet am Wochenende in den Weltcup, trotz Coronafall in der Schweizer Delegation.

Dieses Wochenende startet die neue Weltcup-Saison im Bob. Auf dem Plan stehen zwei Rennen im Zweierbob in Sigulda. Mit dabei ist auch der Solothurner Simon Friedli, der sich auf der Strecke in Lettland so richtig wohl fühlt. Trotz Coronafall im Schwizer Team kann er an den Start gehen.

Die Strecke im lettischen Sigulda liegt dem Bobpiloten aus Derendingen. Vergangenen Winter holte der 29-Jährige auf gleicher Strecke den ersten Platz im Europacup-Rennen. Einen Monat später kam Friedli in Sigulda dann sogar zu seiner EM-Premiere, bei der er mit einem zweiten Platz überzeugte.

Strecke ist ursprünglich eine Rodelbahn

Die Strecke ist ihm also bestens bekannt. Den Grund für seine erfolgreiche Bilanz in Lettland sieht Friedli in der Streckenführung, die seinen Fähigkeiten entgegenkommt: «Die Strecke in Sigulda hat ein ganz anderes Profil als die anderen Bahnen.» Ursprünglich nur als Rodelbahn konzipiert, ist der Kurs sehr wendig und gespickt mit engen Kurven. «Man muss schnell reagieren können und das gefällt mir», sagt der Solothurner.

Deswegen erhofft sich Friedli auch schnelle Zeiten in den beiden Rennen am Samstag und am Sonntag. «Ich hoffe, dass es gleich gut läuft wie vergangenes Jahr», blickt der 29-Jährige auf die Rennen am Wochenende. Er erhofft sich eine Platzierung unter den besten zehn Fahrern.

Die Rennen am Wochenende werden sich aber von denen im vergangenen Winter deutlich unterscheiden. Schuld daran ist das Coronavirus. Auch in Lettland gelten strenge Corona-Massnahmen, weshalb die Rennen ohne Zuschauer stattfinden müssen. Für Friedli ist diese Situation jedoch kein Problem: «Die Zuschauer sind für uns nicht so relevant. Wir sind einfach froh, dass wir überhaupt starten können.»

Coronafall im Schweizer Team - Friedlis Anschieber in Quarantäne

Auch die Schweizer Delegation wurde vom Virus heimgesucht. Vor dem Abflug in Richtung Lettland letztes Wochenende wurden noch alle Schweizer Athleten negativ getestet. Bei der ersten Kontrolle in Lettland erhielt eine Person aus dem Schweizer Verband ein positives Testresultat. Friedlis Anschieber Adrian Fässler musste daraufhin in Quarantäne, da er sich mit besagter Person im gleichen Zimmer aufhielt.

Friedli kann aber am Wochenende trotzdem starten, da er immer zwei Anschieber an die Wettkämpfe mitnimmt. Anders erging es der russischen Delegation. Aufgrund von mehreren positiven Testergebnissen musste das komplette Team bereits wieder abreisen.

Ein solches Szenario wird sich in dieser Saison voraussichtlich noch einige Male wiederholen. Auch Simon Friedli ist sich der Ausnahmesituation bewusst: «Es wird sicher eine schwierige Saison werden mit dem Coronavirus. Es kann sehr schnell gehen und dann darf man nicht mehr starten.»

Trotz der ungewissen Lage nimmt sich der Derendinger für diesen Winter aber einiges vor. «Wir wollen mit dem Zweierbob möglichst immer unter die besten Zehn fahren», sagt der 29-Jährige. Auch im Viererbob möchte er angreifen. Darauf muss er aber noch warten, da in dieser Disziplin erst ab Januar Rennen stattfinden werden.

Grund für die grossen Ambitionen ist die erfolgreiche Vorbereitung im Sommer, die reibungslos abgelaufen ist: «Wir konnten uns super vorbereiten.» Ich fühle mich gut, das Team ist bereit und wir hatten auch auf dem Eis gute Trainings.» Damit sollte einem erfolgreichen Winter wenig im Wege stehen.

Simon Friedli und sein Team sind bereit für eine erfolgreiche Saison 20/21.

Simon Friedli und sein Team sind bereit für eine erfolgreiche Saison 20/21.

Fernziel Olympische Winterspiele 2022 in Peking

Im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking benötigt Friedli auch gute Leistungen, um sich für einen Startplatz zu empfehlen. Noch ist nicht klar, welche Kriterien Swiss Olympic und der Schweizer Bobverband aufstellen, um am Grossevent in China dabei zu sein. In der Vergangenheit waren aber die Resultate im Welt- und Europacup ausschlaggebend für die Nominierung.

Auch Friedli ist sich bewusst, dass nur die Leistung zählt: «Es werden hochstehende Kriterien sein, da Swiss Olympic sicher ein Olympisches Diplom anstrebt. Wenn ich an die Resultate der vergangenen Saison denke, bin ich aber recht zuversichtlich.»

Auch im Hinblick auf die Olympischen Spiele wäre also ein optimaler Start in die Saison von Vorteil. Die Strecke spricht jedenfalls dafür, dass Simon Friedli ein toller Start in den Winter gelingt.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1