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Vor dem Saisonfinal in der 2. Liga: Die Form spricht für Grenchen

Dem 38-jährigen Grenchen-Trainer Mirko Recchiuti winkt bereits in der ersten Saison der Gewinn des Doubles.

In der 2. Liga stehen noch drei Runden an. Der FC Iliria und der FC Grenchen 15 machen den Meistertitel unter sich aus.

Zur Halbzeit lagen die Grenchner noch vier Punkte hinter Leader FC Iliria. Mit sieben Siegen, drei Unentschieden und nur einer Niederlage gegen Fulenbach am ersten Spieltag. Im Winter gab es bezüglich des Kaders nur eine Veränderung: Auf Leihbasis vom FC Solothurn stiess Mittelfeldspieler Visar Aliu zu den Grenchnern. Nachdem das erste Spiel der Rückrunde gegen Fulenbach verschoben werden musste, leistete sich Grenchen Ende März wie schon zu Saisonbeginn einen Fehlstart und kassierte gegen den FC Lommiswil überraschend die zweite Niederlage in der laufenden Meisterschaft.

«Wir gewannen in der Vorbereitung im Winter jedes Spiel, auch gegen Solothurn und Subingen. Vielleicht ist es uns zu gut gelaufen und wir brachten deshalb beim Rückrundenstart ein paar Prozent zu wenig auf den Platz. Und ein bisschen Zufall war sicher auch dabei», ergründet Mirko Recchiuti.

Vier Tage später nahm sein Team Revanche am SC Fulenbach für die Vorrundenniederlage und gewann danach auch die folgenden fünf Spiele. Unter anderem den Spitzenkampf gegen den FC Iliria. «Mit den Leistungen in den letzten Wochen bin ich sehr zufrieden», blickt Recchiuti zurück. «Die Resultate waren auch in der Vorrunde gut, die Mannschaft hat aber noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht.»

Leader nach Verlustpunkten

Der Spitzenreiter FC Iliria dagegen schwächelte und gab jüngst gegen den SC Fulenbach und den FC Mümliswil Punkte ab. «Für uns war klar, dass wir das Direktduell gewinnen müssen, um noch eine Chance zu haben auf Platz eins. Das ist uns verdient gelungen und die Niederlage hat bei ihnen zu einem kleineren Einbruch geführt.»

Jetzt sind die Grenchner nur noch drei Punkte hinter dem FC Iliria, haben aber noch ein Spiel in der Hinterhand. Bei Punktgleichheit entscheiden die Strafpunkte und da hat der FCG die Nase deutlich vorne. Die Recchiuti-Elf hat ihr Schicksal somit in den eigenen Händen. Und das Restprogramm klingt machbar: Croatia und Blustavia daheim und zum Schluss Mümliswil auswärts.

Tabelle 2. Liga Solothurn

Tabelle 2. Liga Solothurn

«Wir sind in einer guten Ausgangslage. Einfache Siege gibt es in dieser Liga allerdings nicht», sagt Recchiuti. «Jedes Spiel bringt seine eigene Schwierigkeit. Gegen Croatia wird die mentale Herausforderung gross sein, den Gegner nicht zu unterschätzen. Blustavia wird ein schwieriger Gegner, weil sie unbedingt Punkte brauchen. Wenn wir zweimal gewinnen, wäre der Mümliswil-Match eine Art Endspiel für uns.»

Meistertitel kein Muss

Iliria trifft in den letzten beiden Runden auf Bellach und Blustavia. Wer gewinnt das Fernduell um den Meistertitel und den Aufstieg in die 2. Liga inter? «Beide Klubs sind auf Augenhöhe, das verdeutlicht die Rangliste», wägt Recchiuti ab. «Beide Klubs haben ihre Qualitäten und auch noch viel Potenzial.»

Der Meistertitel sei für den FC Grenchen 15 diese Saison kein Muss. Das offizielle Saisonziel lautete, bis zum Ende um den ersten Platz mitspielen zu können. «Es ist wichtig, dass es bis zum Schluss um etwas geht. Sonst bringt es den Spielern nichts, sie hätten quasi nur noch Freundschaftsspiele», erklärt Recchiuti.

In seinen Augen ist es auf jeden Fall eine positive Saison für den FC Grenchen 15, egal wie sie ausgeht: «Wir haben hervorragende Arbeit geleistet diese Saison und uns in eine sehr gute Position gebracht. Dafür würden wir uns gerne belohnen. Sollte es nicht reichen, ist nicht plötzlich alles schlecht. Das Fundament für die Zukunft wäre trotzdem gelegt.»

Iliria und Grenchen machen nicht nur den 2.-Liga-Meistertitel unter sich aus. Am kommenden Donnerstag treffen die beiden Klubs auch im Solothurner Cupfinal aufeinander. Was ist wichtiger, Cup oder Meisterschaft? «Da habe ich keinen Favoriten», antwortet Recchiuti, «Der Cup ist ein Wettbewerb mit grossem Prestige. Der Cupsieg würde der Geschichte unseres Klubs guttun. Die Meisterschaft würde ich gerne für die Jungs holen, denn diese widerspiegelt die Arbeit einer ganzen Saison.»

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Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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