Volleyball NLA
«Es macht Spass, dem Team zuzuschauen», sagt Schönenwerds CEO Daniel Bühlmann

Nach der Qualifikation für die Playoffs nimmt Volley Schönenwerd den zweiten Tabellenplatz und den Cupfinal ins Visier: Diese Woche warten drei Spiele innert sechs Tagen.

Raphael Wermelinger
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Kein Durchkommen für den Luzerner Tim Köpfli gegen den Schönenwerder Block um Rodrigo Leitzke (2) und Jalen Penrose (TS).

Kein Durchkommen für den Luzerner Tim Köpfli gegen den Schönenwerder Block um Rodrigo Leitzke (2) und Jalen Penrose (TS).

Boris Bürgisser

Mit einem 3:1-Sieg in Luzern sicherte sich Volley Schönenwerd am Samstag das Ticket für die Playoffs der besten vier Teams der NLA. Drei Runden vor dem Ende der Qualifikation beträgt der Vorsprung auf den Tabellenfünften Luzern nun acht Punkte. Die Mannschaft von Headcoach Johan Verstappen hat das erste Etappenziel souverän geschafft. Ein Selbstläufer war der Einzug in die Playoffs in dieser Saison allerdings nicht.

«Wir wussten schon vor der Saison, dass in diesem Jahr mindestens sechs Klubs Ansprüche auf die vier Playoff-Plätze haben», bestätigt Schönenwerds CEO Daniel Bühlmann. Nebst Amriswil, Chênois, Lausanne und Schönenwerd, die am Ende das Rennen gemacht haben, gehörten auch Luzern und Näfels zu den möglichen Kandidaten. Insbesondere die Luzerner befanden sich zuletzt im Aufwind und überraschten die Konkurrenz im Januar mit Siegen gegen Amriswil und Lausanne.

Die Schönenwerder wehrten am Wochenende aber den letzten Angriff der Luzerner ab. Hatten sie Anfang Dezember noch mit 2:3 den Kürzeren gezogen, setzten sie sich am Samstag mit 3:1 durch. «Ein guter Match von uns», blickt Bühlmann zurück. «Wir spielten in den ersten zwei Sätzen sehr konzentriert, machten wenig Fehler und konnten viel Druck erzeugen.» Auch als die Luzerner auf 1:2 verkürzten, habe er keine Angst gehabt, dass das Spiel kippe: «Luzern spielte im dritten Satz am obersten Limit. Im vierten brachten wir den Sieg dann sauber nach Hause.»

Die Schönenwerder feiern ihren Sieg im Cup-Viertelfinal gegen Chênois.

Die Schönenwerder feiern ihren Sieg im Cup-Viertelfinal gegen Chênois.

Jörg Oegerli

Eine Leistungssteigerung seit dem Europacup-Match

Bühlmanns Fazit zur Qualifikation: «Wir haben es ziemlich gut gemacht bis jetzt.» Ende 2021 habe das Team noch nicht das beste Volleyball gezeigt – von Ende Oktober bis Mitte Dezember resultierten aus sechs Spielen fünf Niederlagen. Seit dem Europacup-Rückspiel gegen Tallinn am 12. Januar sei aber eine deutliche Leistungssteigerung erkennbar:

«Wir spielen mittlerweile sehr gutes Volleyball. Wir sind stabil, machen viel weniger Fehler, kassieren in den Spielen kaum Serien – es macht Spass, dem Team zuzuschauen.»

Diese Woche gibt es gleich drei Gelegenheiten dazu. Am Dienstag empfangen die Schönenwerder in der Meisterschaft Chênois, am Freitag gastieren sie in Jona und am Sonntag steht der Halbfinal im Schweizer Cup gegen Lausanne an. Mit einem Sieg am Dienstagabend könnte «Schöni» die Genfer vom zweiten Tabellenplatz verdrängen. Das letzte Aufeinandertreffen liegt erst etwas mehr als eine Woche zurück. Die Schönenwerder setzten sich im Cup-Viertelfinal mit 3:1 durch. In der Liga kam es in dieser Saison bereits zu zwei Begegnungen. Die erste am zweiten Spieltag entschied Schönenwerd im Tiebreak für sich. Mitte November siegten die Genfer in der Betoncoupe Arena mit 3:0.

Kampf um das Heimrecht in den Playoff-Halbfinals

«Ihr Passeur war in den letzten Spielen verletzt. Deshalb bin ich gespannt, wie sie anreisen», erwartet Bühlmann ein ausgeglichenes viertes Duell. «Beide Mannschaften wissen, worum es geht. Auf Platz zwei und mit Heimrecht in die Playoffs zu starten, ist extrem wichtig.» Das Auswärtsspiel am Freitag beim Tabellenschlusslicht Jona ist dagegen eine Pflichtaufgabe. Die St. Galler gewannen nur drei von 15 Spielen. Zum Abschluss der Qualifikation empfängt Volley Schönenwerd am 19. Februar den Spitzenreiter Amriswil.

Davor wollen die Schönenwerder wie schon im Vorjahr in den Cupfinal einziehen. Dafür ist am Sonntag ein Sieg gegen Lausanne, den aktuellen Tabellenvierten der NLA, nötig. Die drei Begegnungen in der Meisterschaft gingen allesamt an die Waadtländer. Bühlmann rechnet mit einem harten Fight.

«Es sind immer heisse Duelle gegen Lausanne. Die grösste Unbekannte ist ihr Diagonalangreifer», hebt er den Kubaner Daniel Ramirez Pita hervor. «Wenn er einen guten Tag hat, ist er nur schwer zu bremsen. Aber alleine wird er den Match auch nicht entscheiden können.»

Kommt der verletzte Captain Nico Beeler nochmals zum Einsatz?

Nico Beeler verletzte sich Ende Januar im Spiel gegen Näfels am Fussgelenk.

Nico Beeler verletzte sich Ende Januar im Spiel gegen Näfels am Fussgelenk.

Bruno Kissling

Dass es für die Schönenwerder das dritte Spiel innert sechs Tagen sein wird, spielt für Bühlmann keine Rolle. Man müsse halt im Training etwas reduzieren und sich mehr auf die spielerischen Elemente konzentrieren. «Wir spielen schon am Freitag, Lausanne dagegen erst am Samstag gegen Amriswil – das könnte ein Vorteil sein für uns. Und natürlich, dass wir zu Hause spielen», wägt er ab.

Die Schönenwerder müssen dabei weiterhin ohne ihren Captain auskommen. Nico Beeler verletzte sich im Spiel gegen Näfels am 29. Januar bei einer unglücklichen Landung am Fussgelenk. Trotz der Diagnose Bänderriss hofft Daniel Bühlmann, dass der Aussenangreifer in den Playoffs zurückkehrt. «Wir gehen von vier bis sechs Wochen Pause aus. Seine Bänder sind eh schon ziemlich lädiert. Die Muskulatur und eine Stütze sollten die Verletzung eigentlich etwas abfedern können.»

Cyril Kolb (8) sprang in den vergangenen beiden Spielen für den verletzten Captain Nico Beeler auf der Annahmeposition in die Bresche.

Cyril Kolb (8) sprang in den vergangenen beiden Spielen für den verletzten Captain Nico Beeler auf der Annahmeposition in die Bresche.

Jörg Oegerli

Dass es auch ohne den Captain geht, hat das Team im Cup-Viertelfinal gegen Chênois und zuletzt gegen Luzern eindrücklich bewiesen. Cyril Kolb sprang in die Bresche. Dem 19-Jährigen gelangen gegen Luzern 17 Punkte. «Er hat bis jetzt einen hervorragenden Job abgeliefert», lobt Bühlmann und stellt klar: «Wir hatten nach Nicos Ausfall nie die Idee, einen neuen Spieler zu holen. Unsere Bank ist stark genug, seine Abwesenheit zu kompensieren. Das gilt nicht nur für Cyril, sondern auch für die anderen Jungen, die jetzt ihre Chance bekommen werden.»

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