Volleyball
Eine hohe Hypothek für Volley Schönenwerd

Nach der Zwangspause verlieren die Schönenwerder das Hinspiel des Playoff-Halbfinals gegen Chênois klar in drei Sätzen. Am Mittwoch dürfen sie maximal noch einen Satz verlieren. Sonst ist der Traum vom Final gegen Amriswil geplatzt.

Raphael Wermelinger
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Im elften Spiel unter Trainer Liam Sketcher verlor Schönenwerd am Samstag erst zum zweiten Mal.

Im elften Spiel unter Trainer Liam Sketcher verlor Schönenwerd am Samstag erst zum zweiten Mal.

Jörg Oegerli

Qualifikationssieger Amriswil steht bereits seit Mittwoch als Finalteilnehmer fest. Mit einer zweiwöchigen Verspätung startete am Samstag auch das Duell um das zweite Finalticket zwischen Chênois und Schönenwerd. Die Schönenwerder hatten sich wegen eines Coronafalls in Quarantäne begeben müssen. Mehr als eine Woche durfte das Team nicht trainieren. Die Vorbereitung auf die zwei Halbfinalpartien gegen die Genfer, welche die Qualifikation direkt vor Schönenwerd auf Platz zwei beendet hatten, konnte erst am Montag aufgenommen werden.

«Volleyballspielen verlernt man nicht innert einer Woche», sagte Libero Julian Fischer zur Zwangspause. Das mag grundsätzlich stimmen, viel passte bei Schönenwerd allerdings nicht zusammen im Hinspiel in der eigenen Halle. Die Genfer, die in den Viertelfinals Traktor Basel ausgeschaltet hatten, waren in allen Bereichen überlegen. Sie schlugen besser auf, waren gefährlicher im Angriff und hatten auch bei den Blocks mit ihren neun gegenüber vier der Schönenwerder die Lufthoheit. Bei den Fehlern stand es am Ende 30:20 «für» Schönenwerd. Alleine im ersten Durchgang leisteten sich die Schönenwerder 14 Fehler – neun mit dem Service und fünf im Angriff. Nach 26 Minuten beendete Jovan Djokic den ersten Satz mit einem Ass zum 25:19 für die Genfer.

Auch im zweiten Durchgang konnte Chênois bereits früh davonziehen. Schönenwerd steigerte sich zwar, doch im Angriff fehlten Durchschlagskraft und Cleverness. Mit 20:25 fiel das Verdikt erneut deutlich aus. Trainer Liam Sketcher nahm im Verlauf des zweiten Durchgangs den Polen Stanislaw Wawrzynczyk vom Feld, der bei seinem zweiten Einsatz für Schönenwerd blass blieb. Für ihn durfte Dominic Häfliger ran und Playoff-Luft schnuppern.

Im dritten Satz hatten dann auch die Schönenwerder endlich, aber zu spät, ihren Rhythmus gefunden. Allen voran Topscorer Luca Ulrich, dem im dritten Satz acht seiner insgesamt 14 Punkte gelangen. Doch auch die sollten nicht für einen Satzgewinn reichen. Am Ende leisteten sich die Schönenwerder wieder kapitale Aussetzer. Mit drei Fehlern in Folge brachten sie Chênois in Front (19:20), nachdem sie zwischenzeitlich mit drei Punkten Vorsprung geführt hatten. Den Schlusspunkt setzte Genfs Topscorer Strahinja Brzakovic mit einem Ass zum 25:23.

Schönenwerd kämpfte sich ins Spiel, wurde immer besser und die Satzausgänge wurden enger – das ist positiv für Schönenwerd. Der Gegner ist definitiv nicht unschlagbar. Doch die Schönenwerder dürfen am Mittwoch im Rückspiel in Genf nun nur noch maximal einen Satz verlieren. Setzen sie sich mit 3:0 oder 3:1 durch, wird ein «Golden Set» über den Einzug in den Playoff-Final entscheiden. Raphael Wermelinger