Dank Riesens Doppelpack und seinem Assist zum Führungstreffer Osmanis sicherte sich der FC Solothurn die angestrebten drei Punkte schliesslich verdient. Zum einen hatten die Platzherren mit Chatton, Koch, Waylon Grosjean (alle gesperrt), Jeffrey Grosjean und Hasanovic (beide verletzt) gleich fünf Schlüsselspieler zu ersetzen, zum anderen gastierte mit Goldau ein Aufsteiger im Stadion, der sich gegen die Abstiegsplätze rechtzeitig abgrenzen will und Leader Black Stars im ersten 2019-er Spiel 3:2 bezwang.

Die Spielidee der Schwyzer ist einfach. Sie setzen auf lange Bälle und damit den Gegner unter Druck. Dazu markieren sie körperbetont ihre Präsenz. Mit konsequentem Forechecking schränken sie den Raum des Gegenübers wesentlich ein. «Heute hat es so ausgesehen, dass wir nur Stürmer und Verteidiger auf dem Platz hatten und kein Mittelfeld», fasst Solothurns Trainer Dariusz «Darek» Skrzypczak die Aussenansicht zusammen.

Unnötiger Gegentreffer zum 1:1

Die zwangsläufig umgestellte Abwehr mit Stauffer und Müller in der Innenverteidigung sah sich deshalb vor Probleme gestellt, die der Stabilität abträglich waren. In der Vorwärtsbewegung gingen zu viele Bälle verloren. Es war schwierig Kombinationen aufzubauen. «Wir waren im Umschaltspiel zu langsam», erkennt Solothurns Teamchef. Trotzdem anerbot sich den Gastgebern in der Startminute nach wenigen Sekunden die Möglichkeit zur Führung.

Goldau hatte Anstoss, verlor den Ball jedoch umgehend. Im Gegenzug spielte Schrittwieser von rechts Arifi im Zentrum an. Diesen Blitzangriff lenkte Gästehüter Steinegger mit den Händen über die Latte zum ersten Eckball. Nach einer Viertelstunde eröffneten die Ambassadoren dennoch das Skore. Osmani wich mit Riesens Zuspiel nach links aus, umspielte geschickt seinen Gegenspieler Defrim Zeka und traf in die offene rechte Torhälfte.

Im Anschluss liessen die Einheimischen die Entschlossenheit im Angriffsspiel vermissen. Das Spiel in die Tiefe wie über die Aussenläufer konnte nicht aufgezogen werden. Die Innerschweizer erhielten immer wieder Gelegenheit, mit Kampfkraft und Einsatzwillen Druck auszulösen. Die unnötige Folge: 1:1-Ausgleich durch Greter  in der Nachspielminute nach einem Abspielfehler Müllers. «Wir liessen uns kalt erwischen durch einen langen Ball», beurteilt Skrzypczak.

Riesens Schnelligkeit zum 2:1

Dieses Gegentor wurmte. Die Stadion-Elf brachte als Reaktion mehr Zug in ihre Aktionen. Riesen setzte in der 55. Minute auf der linken Aussenbahn seine Schnelligkeit ein. Der 22-Jährige überlief Defrim Zeka und flankte nach rechts zu Schrittwieser. Dessen missglückter Torschuss segelte am Gästegehäuse vorbei zurück auf die linke Seite.

Riesen lief mit vollem Tempo in den Ball – 2:1. «Wir waren auf die zweite Hälfte besser vorbereitet, wir mussten reagieren», sagt der FCS-Trainer. Immer wieder fehlte es am letzten Pass und am Verständnis. Die Besucher liessen sich nie unterkriegen. Sie liessen bis zuletzt nichts unversucht, noch einen Punkt zu holen. «Die Art und Weise dieses Gegners ist sehr unangenehm, vor allem ihre Robustheit», stellt der 51-Jährige fest.

Erlösung in der Schlussminute

Solothurns Erlösung kam erst in der Schlussminute. Rechts brachten Veronica und Schrittwieser den Ball durch. Die Verlagerung nach links zu Riesen leitete die definitive Siegsicherung ein. Der Winterzugang spielte geschickt Goldaus Steinegger aus und vollendete ins leere Tor zum 3:1-Endstand. «Wir hatten nicht die optimale Formation, aber sie hat sich angepasst und es teilweise sehr gut gemacht, dafür muss ich der Mannschaft ein Kompliment machen», freut der Pole über diesen wichtigen Sieg in einer nicht einfachen Partie.