FC Solothurn

«Unser Problem ist die fehlende Souveränität» – Solothurn verliert auch gegen Aufsteiger Muttenz

Auch das erste Tor von Marco Mathys konnte die Niederlage des FCS nicht verhindern: Bild: Markus Müller

Auch das erste Tor von Marco Mathys konnte die Niederlage des FCS nicht verhindern: Bild: Markus Müller

Nach der 0:2-Niederlage in Baden verliert der FC Solothurn auch gegen den Aufsteiger SV Muttenz mit 2:3. Vor allem Mängel in der Defensive machten den Solothurnern zu schaffen. Mit der Niederlage rutscht das Team von Trainer Jürg Widmer auf den siebten Platz ab.

Wie stark die Selbstfindung den FC Solothurn in dieser Umbruchsaison beschäftigt, kam in dieser unnötigen 2:3-Heimniederlage gegen Aufsteiger Muttenz deutlich zum Ausdruck. «Wir hatten Hochs und Tiefs, gute und schlechte Phasen», erkannte Trainer Jürg Widmer. Wohl konnte der frühe 0:1-Rückstand zwischenzeitlich in eine 2:1-Führung gekehrt werden, aber die Baselbieter wendeten mit zwei weiteren Toren das Geschehen nochmals.

«Wenn wir defensiv unseren Job machen, erhalten wir höchstens ein Tor», bemerkte Widmer. «Unser Problem ist die fehlende Souveränität, um die Räume für den Gegner eng zu machen», gab er zu bedenken. Souveränität vermisste der FCS-Teamchef etwa nach dem 2:1 und nach Ballverlusten: «Wir wurden zu passiv, statt im Block aktiv zu bleiben.» Hauptbaustellen bleiben die Mannschaftsbildung und Abstimmung. «Wir erhalten zu viele Gegentore, wir müssen deren Entstehung genau anschauen und konsequenter werden, als ganze Mannschaft verteidigen – heute konnten wir es nicht meistern, hatten trotzdem gute Chancen und kamen hinter die Abwehr des Gegners», so die weitere Analyse.

Muttenz kalkulierte erfolgreich

Dass in der ersten Viertelstunde das Kalkül der Baselbieter aufging, ist auf deren einfache, spritzige und mutige Spielanlage zurückzuführen. Ihr Topskorer Alessio konnte in der 13. Minute aus vollem Lauf auf Massvorlage von rechts von Gysin abziehen. Nachdem Bähler mit einer Fussabwehr auf Sudar einen Zwei-Tore-Rückstand hatte verhindern können (19.), gelang den Gastgebern im Gegenzug der Ausgleich.

Veronica bediente von rechts Mathys. Dieser steckte den Ball dem in der Mitte durchgelaufenen Chatton zum Abschluss zu (20.). Nun brachten die Ambassadoren mehr Drive ein. Allerdings hatten sie den Ausfall ihres Schlussmannes Bähler wegzustecken. Nach einem Zusammenprall mit den Köpfen mit seinem Verteidigerkollegen Philippe Gerspacher im eigenen Fünfer (28.) musste er wegen Verdachts auf Hirnerschütterung durch seinen Backup Hari ersetzt werden (34.).

Mathys’ Chancen und Torpremiere

Bevor Mathys zu seiner Torpremiere im rotweissen Dress kam (57.), anerboten sich dem Routinier bereits vor dem Seitenwechsel zwei Chancen. Zuerst war Gysin im Fünferraum nach einer Passfolge über Selmanaj und Chatton erfolgreich (36.), dann wehrte Hüter Reist mit seinen Fäusten dessen Distanzschuss ab (42.). Wenn die offensiven Qualitäten zur Geltung gebracht wurden, wurde es für die Muttenzer Defensive schwierig. Den Beleg lieferte das 2:1. Von hinten heraus lancierte Hunziker Mast links. In der Mitte brauste Mathys heran und zog unhaltbar ab.

Die Solothurner mühten sich ab, konnten ihren Rhythmus nicht durchziehen. Die Besucher steckten zudem nicht auf. In diesen Situationen liessen die Solothurner Kompaktheit, Sattelfestigkeit, Stabilität und Ruhe vermissen. Ruhe und Übersicht führten die Basellandschäftler zum 2:2-Gleichstand. Alessio stiess halblinks vor und bediente rechts Jenni, der genügend Platz zum Einschuss vorfand (67.).

Die Einheimischen standen vorerst der erneuten Führung näher. Hunziker dribbelte sich durch die gegnerischen Reihen, doch Bislimi blockte den Vernocchi-Schuss ab (81.) und Mathys’ Versuch pflückte Reist knapp vor der Torlinie (83.). Besser machte es Muttenz im Gegenzug. Eraslan drückte freistehend aus 30 Metern ab: Er traf perfekt ins linke Lattenkreuz (84.). Die Gäste hatten noch nicht genug. Sie kamen zu einer Eckball-Triplette (86., 87.). Auch der Platzklub liess nichts unversucht. Reist wehrte jedoch mit der Hand Kohlers Schuss ins weite Eck ab (90.).

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