Unihockey
Wiler-Ersigen fährt die Torproduktion hoch

Dank zwei Siegen holt sich der SV Wiler-Ersigen in der Viertelfinalserie gegen Zug United die Führung zurück. Der herausragende Spieler beim SVWE ist der Finne Joonas Pylsy mit sieben Scorerpunkten. Wiler-Ersigen kann Zugs Offensivabteilung um das Schwedische Duo Hallén/Andersson erneut in Schach halten.

Raphael Wermelinger
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Am Samstag konnte Wiler-Ersigen so oft jubeln wie in den drei vorangegangenen Spielen zusammen.

Am Samstag konnte Wiler-Ersigen so oft jubeln wie in den drei vorangegangenen Spielen zusammen.

Bild: Matthias Jurt

Beim 7:2-Sieg am Samstag erzielte der SV Wiler-Ersigen so viele Tore wie in den vorangegangenen drei Begegnungen der Best-of-7-Serie zusammen. 24 Stunden später legte der Titelverteidiger mit einem 5:2-Heimsieg nach und hat nun zwei Matchpucks für den Einzug in die Playoff-Halbfinals.

Die Offensivabteilung des SVWE ist erwacht. Und sie traf im Gegensatz zum dritten Spiel, als Goalie Petter Nilsson Zug vor einer Niederlage bewahrte, das Tor. Vor allem die erste Sturmlinie reüssierte endlich. Allen voran Joonas Pylsy, der mit zwei Toren und fünf Vorlagen bei mehr als der Hälfte der Wiler-Treffer den Stock im Spiel hatte. Erstlinien-Verteidiger Andrin Holllenstein traf im Spiel vom Samstag doppelt, gestern war Patrick Mendelin zweimal erfolgreich. Es waren bereits seine Tore Nummer vier und fünf in den laufenden Playoffs.

Doch auch die zweite Formation leistete ihren Beitrag zur neuerlichen Wende in der Serie. Insbesondere Marco Louis, der im Spiel vom Samstag den wegweisenden Penalty zum 3:1 verwandelte. Mittels kaltschnäuzigem Backhand-Heber über den Torhüter – im Penaltyschiessen in Spiel drei hatte er das Duell gegen den Schweden noch verloren.

Vor dem 3:1 hatte Wiler-Ersigen dank Toren der Erstlinien-Verteidiger Jan Bürki (23.) und Andrin Hollenstein (28.) zweimal vorgelegt. Zugs auffälligster Akteur in diesen Playoffs, Yannick Rubi, konnte in der 26. Minute ausgleichen. Für die Vorentscheidung sorgte Wiler-Ersigens Topscorer Michael Dudovic mit seinem ersten Tor in den Playoffs zum 4:1 nach gut fünf Minuten des Schlussdrittels. Auch bei ihm ist der Bann also gebrochen.

Diesmal fehlte den Zugern das Glück im Abschluss. Sie trafen im dritten Abschnitt dreimal die Torumrandung. Auf der anderen Seite erhöhte Wiler-Ersigen dank Toren von Affolter (51.), Louis (58.) und Hollenstein (60.) auf 7:1, ehe Zug zwölf Sekunden vor der Sirene zum Schlussresultat traf.

Die gesteigerte Torproduktion ist das eine. Der SV Wiler-Ersigen zeigte auf der anderen Seite auch in der Defensive eine starke Leistung und hatte Zugs Offensivabteilung um das schwedische Duo Andersson/Hallén im Griff. Auch im gestrigen fünften Duell, obwohl der SVWE nach einem Ballverlust von Captain Tatu Väänänen in der zweiten Minute in Rückstand geriet.

Es war ein wilder Auftakt mit Vorteilen für den Gastgeber Wiler-Ersigen. Pylsys Ausgleich in der 10. Minute entsprach dem Spielverlauf. Kurz vor der ersten Pause brachte der Finne Wiler mit einem Schuss aus eigentlich ungünstigem Winkel in Front. Torhüter Nilsson konnte die Zuger diesmal nicht vor Schlimmerem bewahren. Seine Vorderleute konnten auch deutlich weniger Schüsse blocken am Anfang der Viertelfinalserie.

Noch im Mitteldrittel stellte das Duo Mendelin/Pylsy die Weichen für den SVWE auf Sieg. Beim 3:1 in der 32. Minute legte der Finne mustergültig für den Rückkehrer auf. In der 38. Minute revanchierte sich Mendelin mit der Vorlage zum 4:1. In den letzten zwanzig Minuten lief das Team von Trainer Thomas Berger nie Gefahr, das Spieldiktat aus den Händen zu geben. Auch nicht nach dem 2:4 der Gäste in der 47. Minute. Mit Goalie Martin Menétrey hatte Wiler-Ersigen zudem einen sehr sicheren Rückhalt.

Das 5:2 fasste das Wochenende noch einmal gut zusammen. Zugs Topscorer Hallén leistete sich einen katastrophalen Fehlpass und Louis musste nur noch ins verlassene Gehäuse einschieben. Den Leistungsträgern von Zug United scheint die Puste auszugehen, während bei Wiler-Ersigen Pylsy, Mendelin, Louis, Dudovic und Co. in Fahrt kommen. Die Serie hat zum zweiten Mal gedreht. Am nächsten Wochenende fällt die Entscheidung.